Aktualisiert 27.01.2011 18:35

Stimmen-DebakelWeltfussballer - war die Wahl verfälscht?

Ein französisches Magazin will aufgedeckt haben, dass bei der Wahl zum Weltfussballer des Jahres 2010 nicht alles mit rechten Dingen zu und her ging.

von
mon

Der «Zauberfloh» hat es allen gezeigt und nach 2009 auch im Folgejahr den Titel für den weltbesten Fussballer eingeheimst. Die Auszeichnung erhielt der 23-Jährigen für viele doch eher etwas überraschend, da er mit Argentinien an der WM in Südafrika bereits im Viertelfinal an Deutschland gescheitert war. Seine Mitstreiter im Kampf um den «Ballon d'Or» - die Barcelona-Teamkollegen Andres Iniesta und Xavi - hatten hingegen mit Spanien den Weltmeister-Pokal in die Höhe gestemmt.

Nun will das französische Magazin «Les Inrockuptibles» Ungereimtheiten bei der Abstimmung zu ebendieser Wahl aufgedeckt haben und erhebt schwere Vorwürfe. Demnach sollen rund 15 Prozent der Stimmen von Nationaltrainern, Nati-Captains und Journalisten nicht ausgewertet worden sein - angeblich, weil sie zu spät abgegeben wurden.

Xavi oder Xabi?

Ausserdem soll es zu Verwechslungen zwischen Xavi (Barcelona) und Xabi Alonso (Real Madrid) gekommen sein. Der kolumbianische Nati-Captain Mario Yepes behauptet jedenfalls felsenfest: «Ich habe Xavi gewählt.» Auf der offiziellen Fifa-Liste steht seine Stimme aber bei Xabi Alonso. Die deutsche Bild-Zeitung hat versucht, den Weltfussball-Verband für eine Stellungsnahme zu erreichen. Dieser wollte sich dazu allerdings nicht äussern.

Ob die Vorwürfe des französischen Magazins stimmen, lässt sich an dieser Stelle also nicht klären. Auch nicht, ob durch die angeblichen Unstimmigkeiten das Wahlergebnis verfälscht wurde oder nicht. Zum «Xavi-Xabi»-Problem haben wir jedoch noch einen anderen Ansatz: Im Spanischen werden die beiden Buchstaben «B» und «V» ähnlich ausgesprochen. So vertauschen selbst Muttersprachler hin und wieder die beiden Lettern im Schriftverkehr. Ohne Mario Yepes Böses zu wollen: Vielleicht hat der Kolumbianer bei der Stimmabgabe auch einfach einen Fehler begangen. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren ...

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