Weltjugendtag: In Köln wird gebetet
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Weltjugendtag: In Köln wird gebetet

Der 20. Weltjugendtag hat begonnen. Rund 200 000 Pilger versammelten sich bei drei grossen Gottesdiensten in Köln, Düsseldorf und Bonn.

Der Weltjugendtag steht unter dem Motto «Wir sind gekommen, um IHN anzubeten». «Ich begrüsse euch in herzlicher Freude», sagte der Kölner Kardinal Joachim Meisner am Dienstag. Köln sei jetzt eine «katholische Welthauptstadt». In Köln herrschte Festivalstimmung. Fahnenträger aus den teilnehmenden Ländern zogen in das Kölner Fussballstadion zu Trommelrhythmen ein. 50 000 Pilger feierten den WJT-Auftakt.

Zum Auftakt des Weltjugendtages rief Bundespräsident Horst Köhler die Teilnehmer zum Einsatz für mehr Gerechtigkeit in der Welt auf. «Nur gemeinsam können wir in unserer Welt Frieden wahren und schaffen, für Gerechtigkeit sorgen und die Umwelt schützen», sagte Köhler laut Redetext in einem Grusswort zum Gottesdienst.

In der Düsseldorfer Arena begrüsste Kardinal Karl Lehmann rund 50 000 junge Menschen zum Weltjugendtag. Auf der Bonner Hofgartenwiese begann die Messe zur Eröffnung des WJT vor rund 100 000 Pilgern. Die Messe dort wurde unter anderem von Jugendbischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück zelebriert.

Sexualethik als Thema

Als ein kontroverses Thema zwischen Jugend und Amtskirche zeichnete sich schon am Dienstag die Sexualethik ab. Kardinal Lehmann forderte in einem Interview mit dem deutschen Sender WDR, die katholische Kirche müsse ihre Haltung überdenken.

Sie laufe sonst Gefahr, in einem wichtigen Bereich des menschlichen Lebens nicht mehr angehört zu werden. Es sei nötig, die Begründung für die Verbote plausibler zu machen.

Auch 200 Schweizer Jugendliche

Insgesamt haben sich bereits mehr als 400 000 Pilger aus 197 Ländern für das sechstägige Treffen angemeldet, darunter knapp 2000 aus der Schweiz. Anwesend sind aus der Schweiz zudem acht Diözesan- und Weihbischöfe.

Höhepunkt des Weltjugendtages wird der Besuch von Papst Benedikt XVI. von Donnerstag an in Köln sein. Das Kirchenoberhaupt wird am Sonntag eine Messe auf dem Marienfeld nahe Köln halten, zu der 800 000 Gläubige erwartet werden.

Grossanlass auf allen Ebenen

Die Zahl der Anmeldungen sei höher als bei jedem anderen Weltjugendtag, sagte Meisner. Insgesamt sind 9800 Priester, 759 Bischöfe, davon 60 Kardinäle, in Köln. Allein aus Deutschland kommen mehr als 20 000 freiwillige Helfer. 7700 Journalisten berichten über das Ereignis.

Die Besucher des Weltjugendtags und der Papst werden von einem Grossaufgebot an Sicherheitskräften geschützt. Täglich sind etwa 4000 Polizisten im Einsatz. Der Luftraum über Köln, Brücken und Strassen werden teilweise gesperrt.

(sda)

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