Weltmeister Aegerter auf Job-Suche – «Das wäre das Geilste, was mir passieren könnte»
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Weltmeister Aegerter auf Job-Suche«Das wäre das Geilste, was mir passieren könnte»

Der Schweizer Dominique Aegerter ist Supersport-Weltmeister! Nach seinem Sieg am Sonntag kann er seine Gefühlslage noch nicht richtig einordnen. Wir haben mit ihm gesprochen.

von
Adrian Hunziker

Die Entscheidung: Odendaal stürzt in der ersten Kurve.

SRF

Darum gehts

  • Dominique Aegerter gewann am Sonntag seinen ersten Weltmeistertitel.

  • Der Schweizer kann seinen Erfolg noch nicht ganz fassen.

  • Der 31-Jährige wünscht sich einen Aufstieg in die Superbike-Serie.

Dominique Aegerter, wie ist Ihre Gefühlslage?

Unglaublich, was ich erreicht habe in dieser Saison, mit dem Weltmeistertitel für Ten Kate, zwei Rennen vor Schluss. Ich muss zuerst meine Gefühle etwas sammeln. Ich kann es kaum erwarten, zum Team zurückzukehren und mit ihnen zu feiern. Einen riesigen Dank an alle, die mir in meiner Karriere geholfen haben. Es dauerte rund 25 Jahre, bis ich mein Ziel erreichen konnte: Weltmeister zu werden. Ich hoffe, es geht so weiter. Danke an Ten Kate, die einen super Töff stellten, danke an meine Familie daheim. Ohne sie alle hätte ich nie so frei fahren können in diesem Jahr.

Wie erlebten Sie Ihr Rennen am Sonntag?

Es war nicht so einfach. Ich fuhr die letzten Rennen schon mit Druck. Ich wusste, dass ich einen Punkte-Vorsprung hatte. Aber ich bereitete mich auf jedes Rennen gleich vor, gab immer alles. Heute vor dem Spiegel sagte ich mir: «Das ist der Tag, wofür ich alles machte, ich kann Weltmeister werden.» Klar, dass ich etwas nervös war, aber ich war konzentriert. Im Rennen wollte ich um das Podium kämpfen. Ich war fokussiert und hatte Glück, dass ich in der ersten Kurve nicht stürzte. Als ich sah, dass Odendaal draussen ist, wusste ich, dass ich Weltmeister bin. Auch dann gab ich noch alles, habe super Zeiten hinlegen können.

Ist das eine Genugtuung nach dem verpassten MotoE-Titel?

Es ist mega geil Supersport-Weltmeister zu sein. In der MotoE mit Elektrobike haben wir den Titel verpasst. Ich hatte Pech wie schon letzte Saison. Es ist schön, dass andere Fahrer und Fans an mich geglaubt haben und dachten, dass ich der wahre Champion bin. Was die Rennleitung entschied, kann ich nicht beeinflussen. Ob ich nächstes Jahr nochmal fahre, wissen wir noch nicht genau, aber ich habe sicher noch eine Rechnung offen.

Wie wichtig ist dieser Titel in Ihrer Karriere?

Es ist einer meiner grössten Erfolge. Ich wurde 1999 Schweizer Meister im Motocross, das war mein einziger Titel. Es ist mein erster Weltmeistertitel und ich hoffe, es folgen noch mehr.

Tom Lüthi 2005, Randy Krummenacher 2019 und nun wurden Sie Weltmeister – was sagt das über den Motorsport in der Schweiz aus?

Das ist sensationell, wenn man sieht, dass wir keine Rennstrecke haben. Wir haben vielleicht drei bis vier Monate, in denen man draussen Motorrad und Motocross fahren kann. Wir haben auch keine grosse Nachwuchsförderung wie in Italien oder Spanien. Wir haben aber das Glück, dass wir gute Sponsoren haben, die mich immer unterstützt haben. Dass wir alle das geschafft haben, ist etwas ganz Geiles. Ich bin auch super zufrieden, dass das Schweizer Fernsehen endlich die Übertragung live gebracht hat. Das ist für mich eine grosse Erleichterung, was die Sponsoren betrifft und auch dass ich mich den Schweizer Fans zeigen kann.

Was sind Ihre Zukunftspläne? Bleiben Sie im Supersport?

Meine Zukunft ist noch nicht gesichert, wir werden versuchen, nochmals mit Ten Kate zu fahren. Ein wenig enttäuscht bin ich schon, dass ich keine Angebote aus der Superbike-Serie und Moto2 bekam. Es wäre auch ein Ziel mit Ten Kate in die Superbike-Rennserie aufzusteigen, das wäre das Geilste, was mir passieren könnte.

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