Aktualisiert 08.02.2018 15:07

Eishockey-GirlsWeltpolitisch speziell, dennoch unbeeindruckt

Es wird mehr als ein Spiel. Es wird das Spiel der Spiele gegen das vereinte Korea. Doch unsere Eishockey-Frauen geben sich unbeeindruckt.

von
Marcel Allemann, Pyeongchang
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Captain Livia Altmann und Stürmerin Lara Stalder äusserten sich über Gegner Korea.

Captain Livia Altmann und Stürmerin Lara Stalder äusserten sich über Gegner Korea.

Keystone/Jean-christophe Bott
Daniela Diaz freut sich auf die besondere Partie gegen das vereinte  Korea.

Daniela Diaz freut sich auf die besondere Partie gegen das vereinte Korea.

Keystone/Jean-christophe Bott
Die Schweizerinnen wollen die Stimmung in positive Energie umwandeln.

Die Schweizerinnen wollen die Stimmung in positive Energie umwandeln.

Keystone/Eddy Risch

Das Stadion wird voll sein, die mediale Beachtung riesig. Wenn die Schweizer Frauen-Eishockey-Nati am Samstag (13.10 Uhr MEZ) auf das vereinte Korea trifft, dann wird das ein herausragender Moment. Denn sie trifft auf eine Mannschaft von Südkorea, die nach den jüngsten politischen Annäherungen unmittelbar vor den Heim-Winterspielen durch Spielerinnen aus Nordkorea ergänzt worden ist. Es ist das grosse Thema. Auf CNN. Auf BBC. Auf der ganzen Welt.

Stalder: «Letztendlich ist es ein Eishockeyspiel»

Doch das grosse Muffensausen herrscht deswegen bei den Schweizerinnen nicht. «Wir freuen uns riesig und sind stolz, in diesem Spiel das Schweizer Fraueneishockey zu repräsentieren. Wir wollen diesen Spirit und diese Emotionen aufnehmen und mitnehmen», sagt etwa Trainerin Daniela Diaz.

Stürmerin Lara Stalder meint derweil: «Weltpolitisch ist es speziell, dass wir gegen ein gemeinsames Korea spielen. Man sieht, dass es eine gute Sache ist, wenn Sport vereint. Doch letztendlich ist es ein Eishockeyspiel – wir fokussieren uns auf uns und versuchen, dieses Spiel zu gewinnen.»

Dem pflichtet auch Captain Livia Altmann bei: «Es ist schön, wenn der Sport verbindet. Dass es voll und laut wird, wollen wir nutzen, um diese positive Energie mitzunehmen.» Wirklich anstecken lassen sich die Schweizerinnen durch die ganze Hektik um Koreas Hockeyanerinnen jedoch nicht.

Ein schwierigerer Weg als 2014

Vielmehr wollen sie die sportlichen Ziele ins Zentrum stellen. Und diese sehen so aus, dass die Schweizerinnen sich in ihrer Vorrunden-Gruppe mit Korea, Japan und Schweden durchsetzen und in die Viertelfinals einziehen wollen.

2014 in Sotschi überraschten die Hockey-Girls mit Bronze. Das verpflichtet einerseits, macht aber auch Lust auf mehr. Allerdings sind die Voraussetzungen anders. Damals war die Schweiz in der stärkeren Gruppe eingeteilt und brauchte letztendlich nur zwei Siege, um das Bronze-Wunder zu schaffen.

Dies wird in diesem Jahr nicht reichen, da die Schweizerinnen aufgrund der bescheidenen Resultate an den letzten Weltmeisterschaften zunächst in der schwächeren und somit ungesetzten Gruppe antreten und sich erst einmal dort durchsetzen müssen. Die beiden Gruppenersten erreichen die Viertelfinals, wo dann wohl ein Gegner wie beispielsweise Finnland, aber noch nicht die unbezwingbaren USA und Kanada warten.

Trainerin Diaz zur Marschroute der Schweizerinnen: «Wir gehen mit der Einstellung in unsere Vorrundengruppe, dass wir jedes dieser drei Spiele gewinnen wollen.»

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