Weltpremiere: Baby-OP im Mutterleib
Aktualisiert

Weltpremiere: Baby-OP im Mutterleib

Ärzte der Bonner Universitätsklinik haben die Lunge eines ungeborenen Kindes im Mutterleib erfolgreich operiert. Der Eingriff über eine Öffnung im Magen der Schwangeren wurde weltweit zum ersten Mal gemacht.

Weil die Fruchtblase der Frau in der 20. Schwangerschaftswoche vorzeitig geplatzt war, sei der Fötus akut bedroht gewesen, berichtet das US-Fachblatt "Fetal Diagnosis and Therapy". Das kleine Mädchen sei nicht nur einer erhöhten Infektionsgefahr, sondern auch ungeschützt dem Druck der mütterlichen Organe ausgesetzt gewesen, was vor allem das Lungenwachstum lebensbedrohlich behindert habe.

Üblicherweise werde bei derartigen Komplikationen in einem so frühen Stadium die Schwangerschaft abgebrochen, weil das Risiko einer lebensgefährlichen Infektion oder des Erstickungstods nach der Geburt für das Baby sehr hoch sei, hiess es weiter.

Um das Leben des Fötus zu retten, hätten die Ärzte den Eltern jedoch eine pränatale Operation angeboten: Über eine Öffnung im Magen der Mutter sei ein nur kugelschreibergrosses Instrument in Mund und Luftröhre des Babys eingeführt und dort ein winziger Latexball aufgeblasen worden.

Dieser habe die Atemwege blockiert, so dass die von der Lunge des Fötus ständig produzierte Flüssigkeit nicht mehr entweichen konnte. Die aufgestaute Flüssigkeit wiederum regte das Lungenwachstum des Babys rasch an, wie das Magazin berichtet.

Thomas Kohl, Leiter des Deutschen Zentrums für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie an der Universität Bonn, wird mit den Worten zitiert, die Lunge der kleinen Patientin sei aufgegangen wie Hefeteig.

Der Ballon sei fünf Tage lang in der Lunge geblieben - und während dieser Zeit habe sich das Lungenvolumen fast verdoppelt. Das Fachblatt berichtet, das Mädchen mit dem Namen Miriam sei in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen und nun ein gesundes einjähriges Kind.

(sda)

Deine Meinung