Aktualisiert 26.09.2009 06:35

KlimaWeltpremiere: Einwegflaschen verboten

Als erste Stadt weltweit hat der kleine australische Ort Bundanoon seit Samstag alle Wasserflaschen aus den Regalen seiner Geschäfte gebannt. Hunderte Menschen feierten die Weltpremiere mit einem Marsch zu den neuen Trinkwasserstationen der 2000-Seelen-Gemeinde.

Die Ladenbesitzer ersetzten demonstrativ die letzten Wasserflaschen durch wiederverwendbare Trinkflaschen. Schon seit Wochen hatten sie damit aufgehört, Wasserflaschen zu lagern.

Mit ihrer Initiative wollen die Einwohner des zwei Auto-Stunden von Sydney entfernten malerischen Orts ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. «Während unsere Politiker mit dem enormen Problem des Klimawandels kämpfen, zeigt Bundanoon, dass wir manchmal auf lokaler Ebene zu Dingen fähig sind, die uns selbst überraschen», sagte Initiator John Dee stolz der Nachrichtenagentur AFP.

Die Kampagne sei vor allem deshalb so erfolgreich gewesen, «weil die Menschen merkten, dass sie Geld sparen und dabei gleichzeitig etwas für die Umwelt tun können», sagte er. «Unsere Alternative hat keinen sexy Namen und keine attraktive Aufmachung - sie kommt einfach aus unserer Leitung».

Die Initiative ausgelöst hatten Pläne eines Getränkeherstellers, Wasser aus einer örtlichen Quelle in Tankwagen nach Sydney zu fahren, es dort in Flaschen abzufüllen, um es dann wieder in Bundanoon zu verkaufen.

Dies führte in dem Ort zu einem wahren Proteststurm, im Juli dann stimmten die Bürger für ein Verbot der Wasserflaschen. Mit seiner Idee wollte Dee die Menschen dazu anregen, über die Klimabelastungen durch die Produktion und den Transport von Plastikflaschen nachzudenken.

Der engagierte Umweltschützer, der sich mit seiner Organisation Do Something (Tu 'was) unter anderem auch für ein Verbot von Plakstiktüten in Tasmanien stark machte, hofft nun auf Nachahmer. Bereits der Bürgerentscheid sei weltweit auf Interesse gestossen, sagt er.

(sda)

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