23.04.2014 19:54

Gefahr aus dem AllWeltraumteleskop soll vor Asteroiden warnen

Ein Asteroid schlägt mit voller Wucht auf die Erde und vernichtet eine Grossstadt. Weil das kein reines Fantasieszenario ist, will eine private Stiftung ein Frühwarnsystem starten.

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Die Erde ist seit der Jahrtausendwende von mindestens 26 grossen Asteroiden getroffen worden. Das berichtet die private B612-Stiftung, die sich den Schutz der Erde vor Asteroiden zur Aufgabe gemacht hat. Die kosmischen Geschosse hätten eine Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT gehabt und damit im Atombombenbereich gelegen.

Damit solch gefährlichen Geschosse künftig rechtzeitig entdeckt werden können, will die vom amerikanischen Astronauten Ed Lu mitgegründete Organisation Geld für ein Weltraumteleskop sammeln. Denn die Erde kollidiere ständig mit Bruchstücken von Asteroiden, argumentiert die Stiftung, die nach dem Heimat-Asteroiden der Romanfigur «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry benannt ist. Die meisten kosmischen Geschosse explodierten allerdings zu weit oben in der Atmosphäre, um grosse Schäden anzurichten.

«Pures Glück»

Nasa will Asteroiden fangen

«Da wir nicht wissen, wo und wann der nächste grosse Einschlag passieren wird, ist das Einzige, was eine Katastrophe durch einen City-Killer-Asteroiden verhindert hat, pures Glück gewesen», betonte Lu in der Mitteilung. In den vergangenen zwölf Jahren habe es Treffer mit mehr als 20 Kilotonnen Sprengkraft in Indonesien, dem Südpolarmeer, dem Mittelmeer und in Russland gegeben. Die Stiftung bezieht sich dabei auf seismologische Messungen des Atomteststopp-Überwachungsnetzwerks.

Der Asteroid, der vergangenes Jahr über der russischen Stadt Tscheljabinsk niederging, habe sogar eine Sprengkraft wie 600 Kilotonnen des Sprengstoffs TNT gehabt — 40-mal mehr als die Hiroshima-Bombe. Eine Kilotonne entspricht 1000 Tonnen. Die Vereinten Nationen hatten daraufhin die Einrichtung einer internationalen Asteroiden-Warngruppe beschlossen.

«Während die meisten grossen Asteroiden, die ein ganzes Land oder einen gesamten Kontinent zerstören können, entdeckt sind, haben alle existierenden Observatorien im Weltraum oder auf dem Erdboden weniger als 10'000 der mehr als eine Million gefährlichen Asteroiden gefunden, die eine Metropolregion zerstören können», erläutert Lu.

Einschläge mit Technologie verhindern

Deshalb will seine Stiftung ein Infrarot-Teleskop im All stationieren. Es soll potenziell gefährliche Geschosse Jahre im Voraus erspähen, so dass Zeit für Abwehrmassnahmen bleibt. Das Weltraumteleskop namens Sentinel (Wache) soll 2018 ins All geschossen werden und bereits im ersten Jahr mehr als 200'000 Asteroiden aufspüren. Dazu soll es nach der Wärmesignatur der Asteroiden spähen, die leichter zu entdecken sei als das nur schwach reflektierte Sonnenlicht von den meist sehr dunklen Himmelskörpern.

«Wenn wir Asteroiden, die eine Stadt auslöschen können, früh genug entdecken, ist nicht viel nötig, nur ein kleiner Schubser, um sie auf einen ungefährlichen Kurs zu lenken», betonte Apollo-8-Veteran Bill Anders am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Flugmuseum von Seattle. «Die Erde ist in der Vergangenheit wiederholt von Asteroiden getroffen worden, was das Leben auf dem Planeten verändert hat», ergänzte Astronautenkollege Tom Jones. «Heute haben wir die Technologie, dies zu verhindern.»

Vertreter der Stiftung erläutern ihr Vorhaben. (Video: Youtube/California Academy of Sciences) (fee/sda)

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