Weltraumtouristin zurück auf der Erde
Aktualisiert

Weltraumtouristin zurück auf der Erde

Die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari ist nach zehn Tagen im All wieder sicher zur Erde zurückgekehrt. Die russische Sojus-Kapsel landete um 3.13 Uhr MESZ in der kasachischen Steppe.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA übertrug die Landung live. Nach der Landung wurde Ansari nach Kommandant Pawel Winogradow als zweite aus der Kapsel getragen. Wegen der Kälte an dem klaren Morgen bekam sie sofort einen wärmenden Schlafsack.

Danach gab es für Ansari einen riesigen Strauss roter Rosen, einen gelben Apfel und ein Küsschen von Ehemann Hamid. Ansari lächelte glücklich und winkte in die Kameras. Während sie auf einem Stuhl in der Steppe sass und in ihren Apfel biss, fühlten Ärzte den Puls und wischten den Schweiss von der Stirn.

Lob für Ansari

Winogradow lobte Ansari zum Abschluss des Fluges: «Sie hat es wirklich gut gemacht», sagte er. Nach Winogradow und Ansari wurde der US-Astronaut Jeff Williams aus der Kapsel gebracht. Williams sprach vom «Flug seines Lebens». Anschliessen hielten sich alle drei Raumfahrer an den Händen und beglückwünschten sich.

Winogradow und Williams hatten ein halbes Jahr als Langzeitbesatzung auf der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet. Ab Juli bekamen sie Unterstützung vom deutschen Astronauten Thomas Reiter.

Reiche US-Iranerin

Ansari ist US-Bürgerin persischer Herkunft. Die 40-Jährige gehört zu einer wohlhabenden und raumfahrtbesessenen Unternehmerfamilie in den USA. Auf Drängen der russischen und der US-Raumfahrtbehörde trug sie anders als zuerst beabsichtigt nicht eine Flagge Irans an ihrem Raumanzug.

Ansari führt in der Raumstation verschiedene medizinische Experimente im Auftrag der Europäischen Weltraumbehörde ESA durch. Während ihres etwa achttägigen Aufenthalts auf der ISS sollte sie zudem Fotos und einen Videofilm aufnehmen.

Mit der Reise ins All erfüllte sie sich einen Kindheitstraum. Dafür bezahlte sie der russischen Raumfahrtbehörde umgerechnet rund 20 Millionen Franken. Sie hatte sich in einem sechsmonatigen Training in der «Sternenstadt» bei Moskau auf die Mission vorbereitet. (sda)

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