Muse - «Black Holes & Revelations»: Weltscheibe des Jahres
Aktualisiert

Muse - «Black Holes & Revelations»Weltscheibe des Jahres

Matt Bellamy hat mit Muse dieses Jahr ein tolles Album auf den Markt gebracht. Neben der Musik schlägt sein Herz aber auch für wirre Theorien.

Hallo Matt, in unserem Heft seid ihr die Nummer eins der Albumbestenliste. Kannst du dir das erklären?

Matt Bellamy: Nein (lacht).

Versuch es doch.

Mmmh. Keine Ahnung. Warum habt ihr das denn so entschieden?

Nun, alle Stimmberechtigten waren dafür. Ich persönlich mag die neuen Songs, weil sie bombastisch, aber nie kitschig sind. Und sie funktionieren zusammen gut als Gesamtpaket.

Oh, danke. Also ich hoffe, dass die Leute beim Zuhören ähnliche Dinge fühlen wie ich, wenn ich die Musik spiele.

Und was genau möchtest du ausdrücken?

In der Kombination von Text und Musik: das Gefühl des Strauchelns, der Stärke sowie den Willen, etwas zu verändern. Und dass ich für den Optimismus bin und gegen den Hang zum Negativen.

Dieser Kampf für den Optimismus fällt beim neuen Album auf. Mir gefällt diese ungewohnt leichtfüssige Seite von Muse.

Ja, wir fangen tatsächlich an, heiterer zu werden (lacht). Unsere Seelen sind es jedenfalls, und das schlägt sich auch in der Musik nieder.

«Starlight», «Supermassive Black Hole», «Knights of Cydonia» – so lauten einige eurer Songtitel. Was ist deine liebste Weltraumfantasie?

Dass die Geschichte der Menschheit mit dem Weltraum verknüpft ist, dass wir aus ihm heraus entstanden sind. Tausende von Jahren glaubten wir, dass Götter oder die Schöpfung für uns verantwortlich sind. Ich glaube, es ist möglich, dass wir eines Tages herausfinden, dass die Götter real sind – in Form von logisch denkenden Lebewesen, die uns erschufen. Denk mal an die merkwürdigen Bauten wie die Pyramiden oder die Zeichnungen auf dem Boden, die man nur vom Weltall aus sieht.

Was ist damit?

Aufgrund solcher Dinge scheint es mir logisch, dass die alten Zivilisationen eine starke Verbindung zum Weltraum hatten. Und ich mag die Vorstellung, dass ein Teil unserer DNA nicht von hier stammt, sondern von irgendwelchen uns ähnlichen Lebewesen, welche die Erde besuchten und dann ihre DNA zurückliessen. Die Sache mit Gott ist doch nur die mystische Interpretation für etwas, das sich wissenschaftlich ganz einfach erklären lässt.

Liest du Bücher über solche Dinge?

Ab und zu. Ich lese bloss zwei, drei Bücher pro Jahr. Und dann meistens solche von verrückten Leuten, die über alternative Ideen schreiben.

Verschwörungstheorien?

Unbedingt!

Welche magst du am liebsten?

Dass gerade ein Kampf um die Kontrolle des Wetters stattfindet. In Alaska hat das HAARP – das High Frequency Active Auroral Research Programm – eine Station gebaut, von der aus Mikrowellen in die Ionosphäre gesendet werden; also dorthin, wo das Wetter entsteht. Und niemand weiss genau, warum die Wissenschaftler das tun. Sie sagen, sie tun das, um mit Satelliten und U-Booten zu kommunizieren. Es heisst, die Wetterphänomene, die wir sehen, seien die modernen Kämpfe, die Kriegsführung sei nun bei

der Wetterkontrolle angelangt (lacht). Das stimmt nicht. Aber es gibt sicher Leute da draussen, die interessiert daran sind, das Wetter zu verändern.

Beeinflusst dich dieses Interesse am Weltraum, dem Weltgeschehen und der Technologie als Frontmann von Muse?

Klar, hier und dort gibts ein paar Textzeilen, die darauf verweisen. In musikalischer Hinsicht allerdings kaum.

Was ich noch wissen wollte: Spielt ihr auch auf der aktuellen Tour immer noch jede freie Minute Poker?

Ja, wir hatten kürzlich ein grosses, geradezu episches Spiel. Es ging hitzig und angespannt zu und her. Oh, Mann! Das war hart. Tom von der Crew hat über tausend Pfund gewonnen! Und jetzt fühlen wir uns richtig schwer und schlecht. Wir werden warscheinlich einige Wochen pausieren müssen (lacht).

Christina Duss

MUSE «BLACK HOLES & REVELATIONS» (WARNER).

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