Weltweite Empörung über Holocaust-Karikaturen
Aktualisiert

Weltweite Empörung über Holocaust-Karikaturen

Der iranische Karikaturenwettbewerb zur Judenvernichtung wird von den westlichen Staaten aufs Schärfste verurteilt.

Das US-Aussenministerium bezeichnete den Plan der iranischen Zeitung "Hamschahri" als abscheulich. "Jeder Versuch, sich über das Grauen des Holocaust lustig zu machen oder es in irgendeiner Weise zu verunglimpfen, ist einfach abscheulich", sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums am Dienstag in Washington.

Bei der Ausschreibung der Zeitung könne er regelrecht "die Stimme von (Präsident Mahmud) Ahmadinedschad hören". Zwar unterstützten die USA die Meinungsfreiheit auf der ganzen Welt. "Aber ich glaube nicht, dass irgendjemand die 'Pressefreiheit' im Iran mit der Pressefreiheit in Europa oder den USA vergleichen würde."

Entsetzt reagierte auch Gernot Erler, der Staatsminister im deutschen Auswärtigen Amt. "Es ist ja oft so, dass Geschmacklosigkeit mit Geschmacklosigkeit beantwortet wird", sagte Erler der "Berliner Zeitung" vom Mittwoch.

"Aber dieser Fall ist ernster, weil die iranische Regierung hier mutwillig einen Konflikt herbeiredet." Dies finde nun ausgerechnet in einem Land statt, in dem Judenfeindlichkeit überhaupt keine Tradition habe.

Die grösste iranische Zeitung hatte dazu aufgerufen, Karikaturen über den Judenmord einzuschicken; die zwölf besten Zeichner sollen mit Goldstücken belohnt werden.

Zwölf Karikaturen über den Propheten Mohammed waren von der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" gedruckt worden und hatten die Welle der Empörung in der moslemischen Welt ausgelöst.

(sda)

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