«Arena»-Moderator: «Weltwoche» bezeichnet Sandro Brotz als «fatalste Fehlbesetzung»
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«Arena»-Moderator«Weltwoche» bezeichnet Sandro Brotz als «fatalste Fehlbesetzung»

Sandro Brotz ruiniere die «Arena», kritisiert die «Weltwoche» in ihrer neuen Ausgabe scharf. Auslöser ist ein Tweet des SRF-Manns gegen die Liestal-Demonstrierenden.

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Seit seinem Liestal-Tweet am Samstag erhält SRF-Moderator Sandro Brotz zahlreiche Hass-Kommentare im Netz.

Seit seinem Liestal-Tweet am Samstag erhält SRF-Moderator Sandro Brotz zahlreiche Hass-Kommentare im Netz.

SRF/Oscar Alessio
Am Samstag demonstrierten rund 6000 Menschen in Liestal BL gegen die Corona-Massnahmen.

Am Samstag demonstrierten rund 6000 Menschen in Liestal BL gegen die Corona-Massnahmen.

AFP
Viele der Teilnehmenden trugen keine Maske.

Viele der Teilnehmenden trugen keine Maske.

AFP

Darum gehts

  • Am Samstag äusserte sich SRF-Moderator Sandro Brotz (51) auf Twitter kritisch zu den Liestal-Demonstrierenden.

  • Sein Tweet sorgte für viel Echo und bescherte dem «Arena»-Host zahlreiche Hass-Kommentare, wie er tags darauf, ebenfalls auf Twitter, mitteilte.

  • Die «Weltwoche» greift das Thema in ihrer neuen Ausgabe auf und nimmt Brotz in die Mangel: Er sei mit seiner privaten Meinungsäusserung zu weit gegangen.

  • Ausserdem sei Brotz die «fatalste Fehlbesetzung» des SRF.

«Darf sich ein Aushängeschild des öffentlichen Rundfunks derart verächtlich über Andersdenkende äussern?», fragt sich die «Weltwoche» in ihrer neusten Ausgabe vom Donnerstag. Gemeint ist Sandro Brotz (51), Moderator der Sendung «Arena».

Am späten Samstagabend hatte der SRF-Mann einen kritischen Tweet zur Corona-Demonstration in Liestal BL abgesetzt. Die Demonstrierenden müssten gar nicht erst demonstrieren, wenn sie die Massnahmen «konsequent einhielten», so Brotz. Er verglich sie ausserdem mit «Flat Earthenern» – Menschen, die glauben, die Welt sei eine Scheibe.

«Die «Corona-Skeptiker» mögen eine Minderheit sein», schreibt die «Weltwoche». «Aber es sind doch hunderttausende von Bürgern, die, viele sicher zähneknirschend, den Lohn von Sandro Brotz bezahlen.» Ob man «die private Meinung des Bürgers Brotz über die Massnahmen-Gegner» teile, sei hier belanglos.

Das Problem sei jedoch, dass der Moderator seine Meinung mitteile. «Brotz hat sich gerade disqualifiziert als Ringrichter in der mit Abstand wichtigsten Debatte, welche das Land bewegt.» Mehr noch: Er sei «die fatalste Fehlbesetzung, die sich der SRF je geleistet hat», heisst es weiter.

Wüste Beschimpfungen im Netz

Das Echo auf Brotz’ Tweet ist auch im Netz riesig. Bis heute wurde er über 1700-mal gelikt und knapp 600-mal kommentiert. Am Sonntag meldete sich der «Arena»-Moderator erneut auf Twitter zu Wort und teilte einige Hass-Kommentare, die er im Zuge seines Liestal-Tweets erhalten hat.

Am Montag nimmt er ausserdem auf seiner Facebook-Seite ausführlich Stellung. Er sei keine Mimose, stellt Brotz klar. «Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche – oder eben: vor der Kamera – nichts zu suchen. Das war und ist mir immer bewusst.» Auch, dass der Absender von wüsten Beschimpfungen wohl oftmals ein Ventil suche, sei ihm klar.

«Und dennoch: Wir müssen darüber reden. Über Hass im Netz. Es kann alle treffen. Wir dürfen es nicht zulassen. Diese Entwicklung macht mir Sorgen. Sie mag mit der besonderen Lage in diesen Corona-Zeiten zusammenhängen.» Trotzdem sei sie nicht zu tolerieren.

«SRF nimmt die Meinung der ‹Weltwoche› zur Kenntnis, teilt diese jedoch nicht und kommentiert sie nicht weiter», teilt der Sender auf Anfrage von 20 Minuten mit. Brotz habe seinen Tweet in den sozialen Medien weitergehend erklärt. «Selbstverständlich spricht man jedoch bei SRF intern über Kritik – dies ist ein fester Bestandteil der offenen Gesprächskultur in jeder Redaktion.»

Sandro Brotz hat am Donnerstagmittag in mehreren Tweets auf den Artikel reagiert – mit einer «Rekonstruktion einer ‹Recherche›», wie er schreibt. Der «Weltwoche»-Journalist habe nicht mit ihm geredet, kritisiert er. «Ihr schiesst seit Jahren.»

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(kfi)

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