Affäre Mörgeli: «Weltwoche» vs. SRF – Streit um falschen Doktor
Aktualisiert

Affäre Mörgeli«Weltwoche» vs. SRF – Streit um falschen Doktor

Wer hat hier Doktortitel verschenkt? Gemäss der «Weltwoche» war der Kronzeuge der «Rundschau» in der Affäre Mörgeli ein Zahnarzt ohne Titel. SRF entgegnet, der einzig falsche Doktor sei jener der «Weltwoche».

von
hal
Falscher Doktor oder falscher Zeuge? Screenshot aus der «Rundschau» vom 27. März 2013.

Falscher Doktor oder falscher Zeuge? Screenshot aus der «Rundschau» vom 27. März 2013.

Die Weltwoche schickt sich an, den Ruf von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli zu retten. In ihrer jüngsten Ausgabe schreibt sie, sie habe den anonymen Mann gefunden, der vor zwei Wochen in der «Rundschau» auf SRF schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Professoren der Universität Zürich erhoben hatte.

Dieser sagte in der SRF-Sendung, er habe seinen Doktortitel von Mörgeli quasi geschenkt bekommen: «Professor Mörgeli gab mir in seinem Büro einen alten Text aus seinem Archiv mit der Aufforderung, den Text zu übersetzen.»

Er habe ihn lediglich übersetzen müssen. «Dafür gab es bei Christoph Mörgeli den Doktortitel. Wissenschaftlich musste ich rein gar nichts leisten.»

«Was bleibt ist dürftig und nichtig»

Laut der Weltwoche war dies ein Racheakt: Der anonyme Kronzeuge sei ein Zahnarzt ohne Titel und als Doktorand bei Mörgeli kläglich gescheitert. Die Wochenzeitung von Roger Köppel impliziert, dass die «Rundschau» dies bewusst nicht sagte, weil sonst die Story «implodiert» wäre.

Die «Weltwoche» schliesst aus ihrer Enthüllung: «Was von den Anwürfen der ‹Rundschau› gegen Mörgeli übrig bleibt, ist dürftig bis nichtig.» Und: «Der Vorwurf, die Dissertanten hätten mit dem Wissen von Mörgeli gemogelt, gelogen und betrogen, fällt auf die ‹Rundschau› von SRF zurück.»

«Falschmeldung der Weltwoche»

SRF weist die Anschuldigungen entschieden zurück: In einer Stellungnahme schreibt der öffentlich-rechtliche Sender von einer «Falschmeldung durch die Weltwoche». Der Mann, den die Weltwoche als anonymen Informaten ausfindig gemacht haben will, sei nicht der Kronzeuge der «Rundschau». «Es handelt sich bei der Person, die in der ‹Rundschau› anonym aussagte, definitiv nicht um den von der ‹Weltwoche› genannten Zahnarzt.»

Fest steht: Die Affäre Mörgeli ist noch nicht ausgestanden – weder für den SVP-Nationalrat noch für SRF. Mörgeli kündigte an, gegen das «linke» Fernsehen zu klagen. Und die Universität Zürich wird ihrerseits die Vorwürfe gegen Mörgeli prüfen.

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