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Wem gehören Sepp Blatters Steuern?

Die Kantone Zürich und Wallis streiten sich um das steuerbare Einkommen und Vermögen von Joseph Blatter, Präsident des Weltfussballverbands ­Fifa.

René Imoberdorf, Walliser Ständerat und Gemeindepräsident von Visp, traf letzte Woche die Verantwortlichen der kantonalen Steuerbehörde: «Ein Entscheid im Steuerstreit um Blatter ist noch nicht gefallen», sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung».

Im Herbst 2005 hatte Blatter seine Papiere in Visp deponiert, wo er im Steuerregister seither als Einwohner geführt ist. In Zürich, wo Blatter wenige Meter unterhalb des Hotels Dolder Grand wohnt, ist er nur noch als Wochenaufenthalter gemeldet.

Nach Blatters «Umzug» von Zürich nach Visp vor mehr als zwei Jahren behauptete die Fifa, dass «die Steuerbehörden der Aufteilung des Wohnsitzes zugestimmt und einen Steuerausgleich festgelegt» hätten. Demnach sollte Blatter zwei Drittel in Zürich, ein Drittel in Visp versteuern.

Doch so ist es offenbar nicht: «Für ihn ist klar, dass er sämtliche ­Steuern in Zürich bezahlt», sagt Blatters Sprecherin. Blatters Jahreseinkommen beträgt nach eigenen Angaben eine Million Dollar.

Gemäss Bundesgericht müssen Wochenaufenthalter in leitender Stellung ihr Einkommen hälftig am Ort des Wochenaufenthalts versteuern, den Rest am offiziellen Wohnort. Würde Blatter nur in Visp zahlen, wäre seine Steuerrechnung 30  000 Franken günstiger als jene in Zürich, die rund 250  000 Franken betragen dürfte.

Für Visp wäre Steuerzahler Blatter trotz des günstigeren Steuertarifs ein Traumtor: Der Fifa-Präsident wäre der fünfte Einkommensmillionär des 6800-Seelen-Dorfes.

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