Aktualisiert 07.11.2017 15:29

«Staatspolitisch gefährlich»Wemakeit stoppt No-Billag-Crowdfunding

Nach drei Tagen und 11'500 gespendeten Franken zieht die Crowdfuning-Plattform Wemakeit den No-Billag-Initianten den Stecker. Diese sind empört.

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Ein Crowdfunding für die No-Billag-Initiative wurde gestoppt.

Ein Crowdfunding für die No-Billag-Initiative wurde gestoppt.

Keystone/Jean-Christophe Bott

Die Initianten der No-Billag-Initiative planten die «grösste politische Crowdfunding-Aktion in der Schweizer Geschichte». Daraus wird jedoch vorerst nichts. Die Betreiber der Plattform Wemakeit haben die Sammelaktion nach drei Tagen gestoppt. Sie begründen den Schritt damit, der «extremen» und «staatspolitisch gefährlichen» Initiative keine Plattform geben zu wollen. Die Kampagne habe man wegen der «äusserst kurzen Einreichungsfrist» nicht vorab prüfen können. Die Spender erhalten ihr Geld nun zurück.

Gegenüber 20 Minuten präzisiert Johannes Gees, Partner bei Wemakeit: «Die Person, die am Freitag die Kampagne aufgeschaltet hat, erkannte die Brisanz des Anliegens nicht. Als die Geschäftsleitung von dem Crowdfunding erfuhr, haben wir uns dafür entschieden, die Kampagne zu stoppen.» Dies sei als privates Unternehmen völlig legitim. «Als Verfechter der privaten Initiativen haben die No-Billag-Befürworter sicherlich Verständnis dafür.»

Intitanten sprechen von einem «Akt der Willkür»

No-Billag-Initiant Olivier Kessler ist empört: «Diesen Entscheid halten wir für einen Akt der Willkür und für einen Affront gegenüber den rund 170 Personen, die zusammen bereits rund 11'500 Franken gespendet haben.» Von einer Schweizer Firma habe man ein besseres Verständnis für die Funktionsweise der direkten Demokratie erwartet. Schliesslich hätten über 112'000 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Initiative unterzeichnet und sie sei von der Bundeskanzlei geprüft und für gültig befunden worden. «Wir finden das Vorgehen von Wemakeit unprofessionell und demokratiepolitisch bedenklich.»

Das Gute an der Sache sei jedoch tatsächlich, dass Wemakeit privat sei. «Passt uns Wemakeit nicht, gehen wir einfach zur Konkurrenz.» Man suche jetzt nach einer anderen technischen Lösung für das Crowdfunding und bitte in der Zwischenzeit um Spenden via PayPal und Banküberweisung.

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