Ukrainische Gegenoffensive: «Wendepunkt ist eingetreten» – Kiew kündigt Rückeroberung von Cherson an

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Ukrainische Gegenoffensive«Wendepunkt ist eingetreten» – Kiew kündigt Rückeroberung von Cherson an

Ukrainische Militärs haben einen «Wendepunkt» im Kampf um die Rückeroberung der südlichen Region Cherson verkündet – sie wollen die Grossstadt bis im September befreit haben.

von
Reto Bollmann
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Letzte Woche beschossen die ukrainischen Streitkräfte die Antoniwskyi-Brücke mit von den USA gelieferter Artillerie.

Letzte Woche beschossen die ukrainischen Streitkräfte die Antoniwskyi-Brücke mit von den USA gelieferter Artillerie.

AFP
Die Brücke gilt als strategische Schwachstelle der russischen Besatzer, denn bei einer Zerstörung könnte Russland im besetzten Cherson abgeschnitten werden.

Die Brücke gilt als strategische Schwachstelle der russischen Besatzer, denn bei einer Zerstörung könnte Russland im besetzten Cherson abgeschnitten werden.

AFP
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bekräftigte in seiner Rede am Samstag die Gerüchte über eine erfolgreiche Gegenoffensive.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bekräftigte in seiner Rede am Samstag die Gerüchte über eine erfolgreiche Gegenoffensive.

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Darum gehts

  • Das ukrainische Militär möchte die Grossstadt Cherson bis im September zurückerobern.

  • Zurzeit nehmen ukrainische Truppen vermehrt strategische Ziele um die Stadt ins Visier – mithilfe westlicher Waffen.

  • Die russische Seite sagt, eine ukrainische Gegenoffensive sei ein «Hirngespinst».

Sergiy Khlan, ein Berater des Verwaltungschefs der Region Cherson, gab am Sonntag ein Interview im ukrainischen Fernsehen. «Wir können sagen, dass auf dem Schlachtfeld ein Wendepunkt eingetreten ist. Wir sind von der Defensive zur Gegenoffensive übergegangen», so Khlan. «Wir können sagen, dass die Region Cherson bis September definitiv befreit sein wird und alle Pläne der Besatzer scheitern werden», fügte er hinzu, wie der «Guardian» berichtet.

Mit Hilfe von US-amerikanischen Himars-Mehrfachraketenwerfer haben die ukrainischen Streitkräfte in den letzten Wochen Gebiete in der südlichen Region Cherson zurückerobert. Dies legt nahe, dass die Truppen der Ukraine einer lange versprochenen Gegenoffensive näher kommen.

Cherson ist seit dem 3. März besetzt

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bekräftigte in seiner Rede am Samstag die Gerüchte über eine erfolgreiche Gegenoffensive und erklärte, die ukrainischen Streitkräfte würden «Schritt für Schritt» in die Stadt vorrücken. Cherson wurde am 3. März von der russischen Armee besetzt und ist damit die erste grössere ukrainische Stadt, die seit der Invasion am 24. Februar von russischen Truppen eingenommen wurde.

Ukrainische Truppen nahmen in den letzten Tagen vermehrt strategische Ziele in der Nähe von Cherson ins Visier. In einem Facebook-Post heisst es, die Angriffe seien eine «Fortsetzung der Operation, um die russische Gruppe in Cherson vom Nachschub abzuschneiden», und «ohne westliche Waffen wäre dies nicht möglich gewesen».

Letzte Woche kündigte John Kirby, der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, weitere US-Waffenlieferungen an die Ukraine im Wert von rund 270 Millionen Dollar an, darunter auch vier weitere Himars-Mehrfachraketenwerfer.

«Gegenoffensive ist ein Hirngespinst»

Doch seitens russischer Militäroffiziere klingt es anders: «Dass es eine Gegenoffensive geben wird – das ist ein Hirngespinst», sagte Kirill Stremousov, stellvertretender Leiter der von Russland eingesetzten Regionalbehörde in Cherson, am Sonntag gegenüber RIA Novosti.

Doch trotz russischen Widerspruchs bestätigte das britische Verteidigungsministerium, dass Moskau seine Verteidigungspositionen in den besetzten Gebieten in der Südukraine verstärkt habe, «wahrscheinlich als Reaktion auf erwartete ukrainische Offensiven». 

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