Aktualisiert 10.10.2003 13:53

Wenig populärer Schröder

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in den vergangenen Wochen deutlich an Popularität verloren.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in Sowohl das ZDF-Politbarometer als auch eine Infratest-Umfrage bescheinigten dem SPD-Vorsitzenden am Freitag stark sinkende Sympathiewerte. Dagegen legten CDU und CSU in der politischen Wertschätzung gegenüber September noch einmal drei Punkte zu und liegen jetzt bei 52 Prozent Zustimmung. Das ist fast doppelt so viel wie die SPD, die sich um einen Punkt auf 27 Prozent verbessern konnte.

Laut Politbarometer erreichte Schröder im Oktober auf der Beliebtheitsskala zwischen plus fünf und minus fünf nur noch einen Wert von minus 0,3 nach plus 0,3 im September. Nach einer vom Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» in Auftrag gegebenen Umfrage von NFO Infratest wünschen nur noch 46 Prozent der Befragten, dass Schröder künftig eine «wichtige Rolle» in der deutschen Politik spielt. Das seien zehn Prozentpunkte weniger als vor drei Monaten und der niedrigste Wert seit Schröder Amtsantritt vor fünf Jahren.

Die Unionsparteien würden laut Politbarometer auch deutlich vorn liegen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Union käme auf 47 Prozent der Wählerstimmen (plus zwei), die SPD auf unverändert 30 Prozent, die Grünen erhielten wie im September zehn Prozent, die FDP würde sich um einen Punkt auf sechs Prozent verschlechtern, und die PDS verlor ebenfalls einen Punkt und steht nun bei drei Prozent. Damit hätten CDU/CSU und Freie Demokraten in einem aktuell gewählten Bundestag klar eine absolute Mehrheit.

Aus der zwischen dem 6. und 9. Oktober von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vorgenommenen Politbarometerbefragung geht ferner hervor, dass das Ansehen auch anderer rot-grüner Spitzenpolitiker dramatisch gesunken ist. Aussenminister Joschka Fischer wird zwar immer noch hoch geschätzt, doch ging auch sein Ansehen von 1,9 auf 1,7 zurück.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement verlor 0,4 Punkte und steht jetzt bei plus 0,2, Sozialministerin Ulla Schmidt wurde mit minus 0,8 nach minus 0,3 im September noch ein Stückchen unbeliebter, und Finanzminister Hans Eichel rutschte von minus 0,5 auf minus 0,9, ein Wert auf den auch FDP-Chef Guido Westerwelle mittlerweile gesunken ist. Schlusslicht ist Umweltminister Jürgen Trittin. Nach minus 0,7 im September kommt der Grünen-Politiker nur noch auf minus 1,1.

Stoiber legt in der Wählergunst zu

Dagegen verzeichnet das Politbarometer für den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber einen deutlichen Aufwärtstrend. Mit plus 0,6 liegt der CSU-Chef hinter Fischer erstmals auf Platz zwei der zehn wichtigsten Politiker, dicht gefolgt von der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel mit plus 0,5. Dabei gewann Stoiber einen Zehntelpunkt hinzu, während Merkel einen verlor. 0,1 Punkte zulegen konnte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der mit einem Wert von 0,0 hinter Clement auf Rang fünf kletterte.

Trotz der Beschädigung seines Ansehens trauen laut Politbarometer aber immer noch 63 Prozent aller Befragten dem Kanzler zu, dass er sich mit seinem Reformprogramm gegen die SPD-Linke durchsetzen kann. Sollte er für sein Konzept keine Mehrheit im Bundestag finden, wollen ihn mit 61 Prozent jedoch fast ebenso viele beim Wort nehmen und Schröders Rücktritt befürworten. (dapd)

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