Weniger Asylbewerber: Durchgangszentren aufgelöst

Aktualisiert

Weniger Asylbewerber: Durchgangszentren aufgelöst

Die Stadt Bern und das Schweizerischen Rote Kreuz (SRK) reagieren auf die Verschärfungen im Asylbereich und die sinkenden Asylbewerberzahlen: Sie ziehen sich aus der Führung der Durchgangszentren zurück.

36 SRK-Mitarbeiter verlieren die Stelle.

Die Stadt Bern wird ihren Rahmenvertrag mit dem Kanton zur Führung der Durchgangszentren noch im laufenden Jahr per Ende 2006 aufkündigen, wie Sozialdirektorin Edith Olibet am Donnerstag vor den Medien sagte. Bereits per Ende 2005 wird die SRK-Sektion Bern- Mittelland ihren Leistungsvertrag mit der Stadt auflösen.

36 Mitarbeitende des SRK erhalten per Ende 2005 die Kündigung, wie Madeleine Elmer, Präsidentin der SRK-Sektion Bern Mittelland sagte. Die Arbeitsplätze sollen aber nicht einfach verloren gehen, da ein Teil der Durchgangszentren auch 2006 weitergeführt wird.

Auf Grund der geänderten Rechtsgrundlagen beim Bund seien die Gesuchszahlen massiv gesunken und die Durchgangszentren in der Region Bern nur noch zu rund 60 Prozent ausgelastet, begründete Olibet den Entscheid. Auf Grund der geplanten weitere Verschärfungen sei ein weiterer Rückgang der Auslastung absehbar.

Als Folge der ungenügenden Auslastung entstünden ungedeckte Kosten, die von der Stadt und dem SRK getragen werden müssten. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei ein Andauern dieser Situation untragbar.

Den definitiven Ausstieg aus der Führung der Durchgangszentren begründeten Olibet und die SRK-Verantwortlichen unter anderem mit der geplanten weiteren Verschärfungen im Asylbereich durch den Bund und die geplante Reduktion der Platzzahlen durch den Kanton.

Die Stadt Bern und das Schweizerische Rote Kreuz sind im Auftrag des Kantons Bern seit 1982 für die Führung von zur Zeit fünf Durchgangszentren in der Region Bern zuständig. (sda)

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