Aktualisiert 15.05.2007 09:10

Weniger Fälle, mehr schwere Jungs

Die Kinder- und Jugendkriminalität im Kanton Zürich hat 2006 leicht abgenommen. Der Anteil schwerer Delikte stieg jedoch an, wie die Jugendstaatsanwaltschaft mitteilte.

Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 10 405 neue Rapporte bei den Jugendanwaltschaften ein, was einem Rückgang von 9,6 Prozent entspricht. Es dürfte sich allerdings nicht um eine Trendwende handeln, da die ersten Hochrechnungen des laufenden Jahres auf einen erneuten Anstieg der Straftaten hindeuten.

Jugendanwaltschaften und Jugendgerichte verhängten insgesamt 3727 Strafen und Massnahmen. Von den betroffenen 1521 Kindern und 2212 Jugendlichen waren 2956 Knaben und 777 Mädchen. Der Ausländeranteil lag bei 34 Prozent gegenüber 36 Prozent im Vorjahr.

Insgesamt wurden 46 stationäre und 101 ambulante Massnahmen ausgesprochen. Ende 2006 befanden sich 76 Kinder und Jugendliche im stationären und 265 im ambulanten Massnahmenvollzug.

Verhängt wurden zudem 3367 Strafen. Dabei handelte es sich um 1894 Verweise, 944 Arbeitsleistungen, 374 Bussen und 155 Einschliessungen.

Zunahme bei Delitken gegen Leib und Leben

Wie die Zürcher Jugend-Kriminalstatistik weiter zeigt, stieg der Anteil der Delikte gegen Leib und Leben von 6,5 auf 8,0 Prozent an. Von solchen Delikten wie Körperverletzungen oder Tätlichkeiten wurde im letzten Jahr genau die Hälfte von ausländischen Jugendlichen begangen.

Zugenommen hat auch der Anteil der Delikte gegen die Freiheit (Drohung, Nötigung, Hausfriedensbruch) von 5,0 auf 6,2 Prozent und der Anteil der Delikte gegen die sexuelle Integrität von 0,6 auf 1,2 Prozent. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Vermögens- (von 47,6 auf 45,3 Prozent) sowie die Drogendelikte (14,7 auf 14,0 Prozent).

(sda)

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