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Weniger falsche Franken - mehr falsche Euros

Insgesamt ist in der Schweiz im vergangenen Jahr deutlich weniger Falschgeld sicher gestellt worden als im Vorjahr.

44.104 gefälschte Münzen und Noten unterschiedlichster Währungen wurden identifiziert, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 37 Prozent darstellt. Die Zahl der «Euro-Blüten» stieg aber um 50 Prozent an.

2004 wurde in der Schweiz Falschgeld in 21 Währungen sichergestellt, wie der am Donnerstag vom Bundesamt für Polizei (fedpol) veröffentlichten Statistik des Kommissariats Falschgeld zu entnehmen ist. Vom Schweizer Franken wurden 339 falsche Münzen und 7.938 gefälschte Noten beschlagnahmt. Das Total von 8.277 Franken-Fälschungen liegt um fast 62 Prozent unter der Vorjahres-Zahl. Wertmässig war der Rückgang noch ausgeprägter. Die 2004 sichergestellten Franken-Fälschungen hatten einen Wert von rund 4,1 Millionen Franken, was 77 Prozent weniger war als im Vorjahr. Von den Franken-Fälschungen haben lediglich rund 300.000 Franken einen effektiven Schaden verursacht. Der Rest wurde bei der Täterschaft oder bei Hausdurchsuchungen sichergestellt und konnte rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden. Der Vergleich der beschlagnahmten Summen mit dem durchschnittlichen Notenumlaufvolumen von rund 34 Milliarden Franken zeigt laut fedpol, dass das Falschgeld-Problem keine gravierende Störung der Schweizer Wirtschaft darstellt.

Die Mehrheit der Franken-Fälschungen tauchte im vergangenen Jahr bei betrügerischen Geldwechseldelikten auf. Dabei gelangten vor allem Druckfälschungen von eher schlechter Qualität zum Einsatz. Daneben wurden Noten sichergestellt, die mit Tintenstrahldruckern oder Farblaserkopierern hergestellt worden waren. Bei diesen Fälschungen sei zwar eine wachsende Qualität festzustellen, jedoch würden in den wenigsten Fällen Sicherheitsmerkmale nachgeahmt.

Erneut zugenommen haben die Euro-Fälschungen. Im vergangenen Jahr tauchten in der Schweiz fast 14.500 gefälschte Münzen und Noten auf. Im Vorjahr waren es noch weniger als 10.000 gewesen, was etwa der Anzahl nationaler Fälschungen vor der Euro-Einführung entsprach. Bei den Euro-Blüten handelt es sich in 1.452 Fällen um Druckfälschungen mit nachgeahmten Sicherheitsmerkmalen.

Der beste Schutz vor Falschgeld besteht laut fedpol darin, sich mit den Sicherheitsmerkmalen echter Banknoten vertraut zu machen. Wer Zweifel an der Echtheit einer Banknote hat, soll sie mit einer Banknote vergleichen, von deren Echtheit er überzeugt ist oder die verdächtige Note unverzüglich bei einer Bank oder offiziellen Wechslstube prüfen lassen. (dapd)

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