Aktualisiert 12.02.2015 17:22

Hohe Steuern

Weniger Gewinn bei Zurich Versicherung

Der Reingewinn der Zurich Versicherung sank 2014 um drei Prozent auf rund 3,9 Milliarden Dollar.

Der Hauptsitz der Zurich Versicherungen.

Der Hauptsitz der Zurich Versicherungen.

Der Versicherungskonzern Zurich Insurance Group konnte im vergangenen Geschäftsjahr zwar den Umsatz steigern, doch die Gewinne gingen zurück. Verantwortlich dafür sind unter anderem Steuerlasten sowie der Verkauf des wenig profitablen Privatkundengeschäfts in Russland.

Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 74,4 Mrd. Dollar zu. Der Betriebsgewinn, den Zurich mit der konzerneigenen Messgrösse BOP (Business Operating Profit) ausweist, liegt mit 4,6 Mrd. Dollar 1 Prozent unter Vorjahr. Der Reingewinn krebste um 3 Prozent auf rund 3,9 Mrd. Dollar zurück, wie Zurich am Donnerstag mitteilte.

Strategie gut vorangekommen

«Bei der Umsetzung unserer im Dezember 2013 festgelegten Strategie sind wir gut vorangekommen, mit dem finanziellen Ergebnis für das Geschäftsjahr 2014 können wir aber nicht zufrieden sein», wird Konzernchef Martin Senn in der Mitteilung zitiert.

Vor allem im Schadensversicherungsgeschäft brauche es weitere Verbesserungen. Dessen Bruttoprämien und Policengebühren gingen um 106 Mio. Dollar auf 36,3 Mrd. Dollar zurück ( 2 Prozent in Lokalwährungen). Der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) hat sich aber immerhin um 0,7 Prozentpunkte auf 97,3 Prozent verbessert. Solange der Wert unter 100 Prozent liegt, ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel. Das Betriebsergebnis des Schadensversicherungsgeschäft legte um 1 Prozent zu.

Lebensversicherungsgeschäft konstant

Beim Lebensversicherungsgeschäft (Global Life) blieb der Betriebsgewinn konstant, während die Bruttoprämien und Policengebühren und Beiträge mit Anlagecharakter um 18 Prozent auf rund 31,8 Mrd. Dollar zulegten.

Den Aktionären wird eine unveränderte Dividende von 17 Franken pro Aktie vorgeschlagen.

Von Grossereignissen verschont

Von grossen Schadenszahlungen blieb der Konzern im vergangenen Jahr verschont. Der Anteil von Schadenleistungen und damit verbundenen internen Kosten zu den Prämieneinnahmen (Combined Ratio) hat sich um 0,7 Prozentpunkte auf 97,3 Prozent verbessert. Solange der Wert unter 100 Prozent liegt, ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

Dennoch ist der Versicherer für Konzernchef Martin Senn noch nicht fit genug. Zurich habe bei der Umsetzung der im Dezember 2013 lancierten Strategie zwar Fortschritte erzielt, sagte er am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresergebnisse.

Damals gab der Konzern bekannt, sich auf die lohnenden Geschäfte zu konzentrieren. In Brasilien ist Zurich darum beispielsweise in das Massengeschäft mit Garantie-Verlängerungsversicherungen eingetreten. Vom unrentablen Privatkundengeschäft in Russland hat sich der Konzern hingegen im Sommer getrennt. Die verlustbringende Trennung drückt nun auf den Gewinn, allerdings etwas weniger heftig als noch im Sommer angekündigt.

Zurich müsse noch profitabler werden, sagte Senn, vor allem angesichts der Herausforderungen aus dem makroökonomischen Umfeld. 250 Mio. Dollar will der Konzern bis Ende Jahr eingespart haben. Dieses Ziel gab Zurich bereits früher bekannt. Damit einher ging die Streichung von knapp 700 Stellen. (sda)

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