Trendforscher: Weniger ist bald wieder mehr
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TrendforscherWeniger ist bald wieder mehr

Trendforscher David Bosshart, Leiter des Gottlieb-Duttweiler-Instituts, plädiert für einen Umstieg ins Zeitalter der Genügsamkeit – und stösst damit Liberale vor den Kopf.

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amr
David Bosshart sagt der Welt ein Zeitalter der Genüg­samkeit voraus. (Christian Schnur)

David Bosshart sagt der Welt ein Zeitalter der Genüg­samkeit voraus. (Christian Schnur)

Was viele ahnen, bestätigt jetzt ein Experte: Unsere verwöhnten Wohlstandsgesellschaften werden die Gürtel enger schnallen müssen. Trendforscher David Bosshart, Leiter des Gottlieb-Duttweiler-Instituts, konfrontiert uns in seinem heute erscheinenden Buch «The Age of Less: Die neue Wohlstandsformel der westlichen Welt» mit unangenehmen Feststellungen: «Wir haben lange über un­sere Verhältnisse gelebt und müssen nun zu einem genügsameren Lebensstil finden – weg von immer mehr Konsumorientierung und Wachstumsdenken.» Etliche Gründe sprächen dafür, etwa die Globalisierung, der demografische Wandel, die knapper werdenden natürlichen Ressourcen oder die grassierende Verschuldung vieler westlicher Staaten.

Um mit den Herausforderungen fertigzuwerden, würden positive Werte wie Bescheidenheit, freiwilliges Engagement und verantwortungsvolles Handeln reaktiviert: «Gerade die Schweizer als leistungswilliges, diszipliniertes Volk haben gute Chancen, den Ausstieg aus der Abhängigkeit von der Wachstumsgesellschaft zu schaffen», so Bosshart.

Allerdings können sich nicht alle mit einer solchen Zukunftsperspektive abfinden. Kritik übt etwa FDP-Nationalrat Ruedi Noser: «Man kann doch unserer Jugend nicht eintrichtern, sie müssten jetzt einfach resignieren. Ich bin Optimist: Die Jungen werden sich zu helfen wissen und auch in Zukunft noch für Wachstum sorgen.» (amr/20 Minuten)

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