Weniger Medaillensets an den Paralympics
Aktualisiert

Weniger Medaillensets an den Paralympics

Zwei Wochen nach den Olympischen Spielen stehen in Turin für 600 Athletinnen und Athleten aus 40 Nationen die Paralympics an, die vom 10. bis 19. März ausgetragen werden. Die Schweizer Delegation wird es schwer haben, die Bilanz von Salt Lake City zu wiederholen.

Rang sieben belegten die Schweizer Sportler und Sportlerinnen mit einer Behinderung 2002 in der Nationenwertung. Sechsmal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze waren eine optimale Ausbeutung. Ob vier Jahre später in Pinerolo (Curling), Pragelato (Ski Nordisch) und Sestriere (Ski Alpin) ein ähnlicher Exploit möglich sein wird, scheint nach der Reduktion der Medaillensätze fraglich. Aufgrund der bisherigen Saisonresultate sind nur noch sieben Podestplätze realistisch.

Bei den Alpinen werden es erstmals nicht mehr 53, sondern nur 24 Paralympics-Sieger sein. Die Vielzahl der Klassen ist im Interesse des Sports auf drei Kategorien pro Geschlecht (Standing, Sitting, Blind bzw. Sehbehindert) zusammengefasst worden. Als Grundlage für die im Welt- und Europacup erprobte Vereinfachung dient ein ausgeklügeltes Handicap-System.

Schweizer Favoriten

Die höchsten Erwartungen liegen auf Hans-Jörg Arnold , Hans Burn (Standing), Michasel Brüngger (Standing), Christoph Kurz und Thmoas Pfyl (Standing). Sie haben den Selektionswert A erreicht und sich diskussionslos für die Paralympics qualifiziert.

Im nordischen Bereich sind an den «Paralympics der Neuzeit» statt 37 noch 32 Medaillensätze zu gewinnen. Hier ruhen die Hoffnungen auf Fahnenträgerin Chiara Devittori (Standing), Bruno Huber und Ruedi Weber .

Dazu kommen die Teamsportarten «Sledge(Eis)Hockey» (ohne Schweizer Beteiligung) und Curling, das für Turin neu ins Programm aufgenommen wurde. Jedem Team gehören fünf Athleten an, wobei eine Frau immer im Spiel sein muss. Die Schweizer Zielsetzung lautet Halbfinal-Qualifikation.

58 Medaillen-Sets

Insgesamt ergibt sich eine Reduktion von bisher 91 auf 58 Medaillen-Sets. Um diese kämpfen werden neben den 40 Curlern und 120 Sledge-Hockeyanern 300 Alpine und über 150 Nordische. In Turin 2006 dürfte es zu einem neuen Teilnehmerrekord kommen und dank der Klassen-Zusammenlegungen werden die Paralympics qualitativ an Bedeutung gewinnen.

Das Gesamtbudget für die Expedition «Paralympics Turin 2006» beläuft sich für das Schweizer Team auf 230 000 Fr. Swiss Olympic beteiligt sich mit 110 000 Fr. daran. Der Beitrag ist nahezu doppelt so hoch wie 2002 in Salt Lake City.

(si)

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