Dieser Trend riecht streng: Weniger oft duschen für eine schönere Haut
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Dieser Trend riecht strengWeniger oft duschen für eine schönere Haut

Der Haut zuliebe verzichten Anhänger des neuen Trends Cleansing Reduction auf regelmässiges Duschen. In der Schweiz sind die Leute überreinlich. Beides Quatsch, sagen Experten.

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«Cleansing Reduction» heisst der neuste Trend (20. Oktober 2013) aus den USA und England: Dort verzichten eilte Menschen auf die regelmässige Dusche und das Haarewaschen - der Haut und den Haaren zulieb, glauben sie.

«Cleansing Reduction» heisst der neuste Trend (20. Oktober 2013) aus den USA und England: Dort verzichten eilte Menschen auf die regelmässige Dusche und das Haarewaschen - der Haut und den Haaren zulieb, glauben sie.

Sie greifen zu Trockenshampoo, Deo und Parfüm, weil ihrer Meinung nach übermässige Hygiene den Schutzmantel der Haut zerstört und die Haare unnötig austrocknet. Ausserdem sollen kleine Bakterien nicht abgespült werden, die gut gegen Krankheitserreger sind.

Sie greifen zu Trockenshampoo, Deo und Parfüm, weil ihrer Meinung nach übermässige Hygiene den Schutzmantel der Haut zerstört und die Haare unnötig austrocknet. Ausserdem sollen kleine Bakterien nicht abgespült werden, die gut gegen Krankheitserreger sind.

Schweizer Dermatologen sind anderer Meinung: Regelmässiges Duschen sei wichtig. Trockenshampoo nicht zu empfehlen. Lieber mal mit der Bürste und ein bisschen Spray nachhelfen, wenn man keine Zeit oder Lust habe, die Haare zu waschen.

Schweizer Dermatologen sind anderer Meinung: Regelmässiges Duschen sei wichtig. Trockenshampoo nicht zu empfehlen. Lieber mal mit der Bürste und ein bisschen Spray nachhelfen, wenn man keine Zeit oder Lust habe, die Haare zu waschen.

Stinken, dafür schön sein - das ist der neuste Beauty-Trend aus den USA und England: Der Name «Cleansing Reduction», also «reduziertes Waschen», sagt schon alles. Um ihre Haare und Haut zu schützen duschen sich eitle Menschen nicht mehr, greifen stattdessen zu Deo, Parfüm und Trockenshampoo.

Einer britischen Studie zufolge verzichten bereits 41 Prozent der englischen Männer und 33 der Frauen auf tägliches Duschen und Haare waschen, wie Stylebook.de schreibt.

«Ungewaschene Haare sehen unglaublich aus»

Zwölf Prozent der Befragten gaben sogar an, sich nur noch einmal in der Woche gründlich zu reinigen. Dieser Trend ist auch unter dem Namen «no poo» bekannt, der für «no shampoo» steht und sogar bei Wikipedia nachzulesen ist. «Ich habe vor sechs Wochen aufgehört, meine Haare zu waschen. Es ist ein Wunder! Eine Freundin von mir wäscht ihre Haare nicht und es sieht unglaublich aus», sagt beispielsweise Shirly Cook, CEO des New Yorker Modelabels Proenza Schouler, wie die Onlineseite Femininleben.ch meldet.

Auch andere Prominente und Stars, wie Prinz Harry, die Olsen Zwillinge und Amanda Seyfried verzichten angeblich auf Wasser und Shampoo, sie pudern sich ihre Mähne lediglich. Die Anhänger dieser Trends sind der Meinung, dass übermässige Hygiene, den Schutzmantel der Haut zerstört und die Haare unnötig austrocknet. Ausserdem sollen kleine Bakterien nicht abgespült werden, die gut gegen Krankheitserreger sind.

Schweizer duschen zu oft

In der Schweiz gibt es diesen ungewöhnlichen Wasch-Stil zum Glück noch nicht. Im Gegenteil: Die Schweizer sind zu reinlich, wie Dermatologen bestätigen. «Manche Leute duschen sich am Morgen vor der Arbeit, am Mittag nach dem Sport und am Abend vor der Party, das ist tatsächlich ungesund», sagt Dermatologe Harry Pfrunder aus Thalwil. Das Wasser und die Reinigungsprodukte laugten die Haut aus, vor allem bei trockener Haut könne das zu Ekzemen führen. «Es kommt vor, dass ich meinen Patienten sagen muss, sie sollen weniger duschen.»

Auch Johannes Gutwald, Dermatologe beim Arzthaus Zürich, beobachtet eine Tendenz zum übertriebenen Reinigen. «Bei Menschen mit normaler Haut, reicht es, wenn sie sich jeden dritten Tag zu duschen.» Wichtig sei aber, dass man sich mit einem Waschlappen täglich den Genitalbereich, das Gesicht, den Hals, die Achselhöhlen und Füsse wasche.

Dermatologin Marguerite Krasovec Rahmann bestätigt ebenfalls: «Menschen, die zu viel duschen und damit ihre Haut schädigen, habe ich immer wieder bei mir.» Grundsätzlich müsse man sich nach seinem Hauttypen richten. «Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie viel Reinigung ihm gut tut.»

Tägliches Waschen macht Haare nicht schneller fettig

Auch wenn die Schweizer etwas überreinlich sind und damit ihre Haut hin und wieder überstrapazieren, die Dermatologen sind sich einig: «‹Cleansing Reduction› ist ein Quatsch». Wer sich nur einmal pro Woche unter die Dusche stelle, stinke einfach irgendwann. «Allgemein empfehle ich kurzes, nicht zu heisses, aber regelmässiges Duschen», so Pfrunder. Damit schädige man die Haut bestimmt nicht, sei aber auch sicher sauber.

Dasselbe gilt für die Haarpflege: «Es stimmt nicht, dass die Haare schneller fetten, wenn man sie täglich wäscht», sagt Gutwald. Solange man typgerechte Mittel verwende, spreche nichts gegen tägliches Haarewaschen. Gutwald rät deshalb auch von Trockenshampoo ab: «Wer sich die Haare einmal nicht waschen möchte, soll sie bürsten, kämmen, etwas Spray reintun - mehr braucht es nicht.»

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