Aktualisiert 16.05.2010 20:10

BusinessplanWeniger Prostituierte dank Kontrollen

In der Stadt Bern ist die Zahl der Sexarbeiterinnen aus der EU in den letzten Monaten stark gesunken. Ein Grund dafür sind strengere Kontrollen.

von
Simone Hubacher

Während sich zwischen Januar und September 2009 noch 400 Frauen aus der EU in Bern als Sexarbeiterinnen anmeldeten, ist die Zahl seither um die Hälfte gesunken. «Der Grund liegt bei unseren strengeren Kontrollen», sagt Alexander Ott, Chef der Berner Fremdenpolizei in der «NZZ am Sonntag». Seit Herbst 2009 müssen die Prostituierten aus der EU bei speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen der Fremdenpolizei vorsprechen, um zu belegen, dass sie tatsächlich selbständig sind, um 90 Tage hier arbeiten zu dürfen. Verlangt wird gar ein Businessplan – dazu gehören Angaben, welche Sexualpraktiken sie anbieten, wo sie arbeiten werden und dass sie Sozialversicherungen und Krankenkassen-Gelder bezahlen. Die Fremden­polizei überprüft auch gleich die Adresse im Heimatland, damit die fälligen Steuern nach der Ausreise erhoben werden können.

Nicht happy mit der neuen Regelung ist Xenia, die Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe. «Die Prostituierten können sich nicht mehr von zuhause aus anmelden, sondern müssen bereits Gelder für die Reise ausgeben, bevor sie die Arbeitsbewilligung haben.» Dadurch würden nach Ablehnung eines Gesuchs viele hierbleiben und illegal arbeiten. Ott widerspricht: «Wir haben keine Zunahme von illegal Anwesenden festgestellt.»

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