24 Tote bestätigt: Weniger Tornado-Opfer als befürchtet
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24 Tote bestätigtWeniger Tornado-Opfer als befürchtet

Zunächst war nach dem verheerenden Tornado im Süden der USA von über 90 Toten die Rede. Jetzt korrigieren die Behörden die Opferzahl nach unten - vorerst. Demnach sind dem Sturm 24 Menschen zum Opfer gefallen.

Nach dem verheerenden Sturm im US-Bundesstaat Oklahoma haben die Behörden die Opferzahl vorerst nach unten korrigiert. Nach derzeitigem Stand gebe es mindestens 24 bestätigte Todesopfer, erklärte Amy Elliott von der Gerichtsmedizin des Bundesstaates am Dienstag.

Zunächst waren die Behörden von über 90 Toten ausgegangen. Das Büro des zuständigen Gerichtsmediziners korrigierte am Dienstag die Zahl nach unten. US-Medien sprachen zudem von mehr als 230 Verletzten.

Die Sprecherin der Katastrophenschutzbehörde von Oklahoma, Terri Watkins, erklärte, nach dem Sturm seien mehr als hundert Menschen lebend aus den Trümmern geborgen worden. Einsatzkräfte suchten weiter nach Verschütteten.

Auf seiner gut drei Kilometer breiten Spur der Verwüstung, die mitten durch Moore - einen Vorort von Oklahoma City - führte, hatte der Wirbelsturm eine Grundschule komplett dem Boden gleichgemacht. Mindestens sieben Kinder starben in dem Gebäude, wie Medien berichteten. Weitere Kinder wurden vermisst.

Tornado zerstört US-Schule – 20 tote Kinder

75 meist jüngere Schüler und Lehrer hätten in der Schule Zuflucht gesucht, als der Tornado am Montagnachmittag die 55'000 Einwohner zählende Stadt traf. Eine zweite Grundschule in Moore wurde stark beschädigt.

30 Kilometer lange Schneise

Der Wirbelsturm fegte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde über Moore hinweg. Der Rüssel des Sturms berührte den Boden nur eine Viertelstunde nachdem die Warnungen in den Ortschaften ertönt waren, sagte eine Sprecherin des Nationalen Wetterdienstes von Norman der «New York Times».

Dann habe er mehr als 30 Kilometer zurückgelegt und die Städte Newcastle und Moore getroffen. Fernsehbilder zeigten die enorme Grösse der dunklen Säule, die ganze Häuser zerlegte, Autos wegriss und nichts als Trümmer hinterliess.

Infrastruktur zusammengebrochen

Mehr als 300 Häuser seien zerstört worden, hiess es. In Moore brach die öffentliche Infrastruktur zusammen. Es gab kein fliessendes Wasser. Nur Generatoren lieferten noch Strom. Gasgeruch lag in der Luft, nachdem Leitungen gerissen waren.

Weil die Strassenbeleuchtung ausfiel, lagen die Trümmer in der Dunkelheit. Das verlangsamte die Suche nach Verschütteten, wie KFOR-TV berichtete. Rettungskräfte und Einwohner suchten mit Taschenlampen verzweifelt weiter.

«Die ganze Stadt sieht aus wie ein Trümmerfeld», sagte Moores Bürgermeister Glenn Lewis in einem TV-Interview. Eine Frau erzählte dem Sender CNN, dass von ihrem Haus nur eine Wand stehen geblieben sei. «Alles andere ist weg», sagte die Augenzeugin unter Tränen. Der Sturm habe auch ihr Auto weggewirbelt. Auf einer Farm seien mehr als 100 Pferde getötet worden.

Zum Katastrophengebiet erklärt

US-Präsident Barack Obama sagte den Menschen im Katastrophengebiet seine Unterstützung zu. «Als Nation liegt unsere volle Aufmerksamkeit jetzt auf der dringenden Arbeit der Rettung und der harten Arbeit des Wiederaufbaus, die vor uns liegt», sagte er am Dienstag in Washington.

Bereits am Montagabend habe er zudem den Notstand ausgerufen, um schnelle Hilfen durch die Bundesregierung zu ermöglichen, erklärte Obama. Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Craig Fugate, befinde sich auf dem Weg nach Oklahoma. An den Rettungsarbeiten dort seien bereits FEMA-Experten beteiligt.

Nach vorläufigen Berechnungen der Wetterbehörde hatte der Tornado die Stärke F4 - die zweithöchste Stufe auf der Schadensskala für Wirbelstürme. Der Tornado schlug fast denselben zerstörerischen Pfad ein wie der bisher schwerste Wirbelsturm Oklahomas im Jahr 1999, bei dem 36 Menschen starben und mehr als 8000 Gebäude zerstört wurden.

Bereits am Vortag hatte eine Serie von Tornados neben Oklahoma auch in den Bundesstaaten Kansas, Iowa und Illinois gewütet. Auch für die kommenden Tage ist laut Meterologen die Gefahr neuer Stürme gross. (sda)

Prominente rufen zu Hilfe für Tornadoopfer auf

Zahlreiche Schauspieler, Musiker und Sportler haben am Dienstag mit Bestürzung auf den verheerenden Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma reagiert. Sie riefen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, den Opfern zu helfen.

«Meine Gedanken und Gebete gelten allen in Oklahoma», schrieb Popsängerin Shakira (36) am Dienstag bei Twitter. Ausserdem verbreitete sie den Aufruf, über eine Textnachricht Geld für die Opfer zu spenden. Ganz ähnlich machten es die US-Schauspielerin Mia Farrow (68) und Popstar Katy Perry (28).

Die US-Musikerin Queen Latifah (43) schrieb: «Gott segne die Menschen von Oklahoma. Sende euch Liebe und Gebete.» Ähnlich äusserten sich Stars wie der US-Rapper Chris Brown (24), seine Freundin und Sängerin Rihanna (25), die Boyband Jonas Brothers oder der Rapper Snoop Dogg (41).

Auch die NBA-Profis der Oklahoma City Thunder und viele andere US-Sportler riefen dazu auf, die betroffenen Menschen zu unterstützen: «Bete für die Opfer des Tornados in OKC die letzten Tage. Passt auf euch auf», twitterte Basketball-Superstar Kevin Durant.

«Es ist herzzerreissend und traurig und ich wünschte ich wäre da», sagte Baseball-Pitcher Jeremy Hefner von den New York Mets laut einem Bericht von «espn.com». Hefner hatte seinerzeit die Schule in einer Vorstadt von Oklahoma City besucht, die der verheerende Sturm nun dem Erdboden gleichmachte.

Auch Papst Franziskus betete für die Opfer des gewaltigen Tornados. Sein Gebet in der Frühmesse am Dienstag galt auch den Vermissten und vor allem den Kindern, teilte der Vatikan mit.

Über seinen Twitter-Account @Pontifex machte der Papst deutlich, dass er sich den Angehörigen der Tornado-Opfer nahe fühlt, speziell denen, die Kinder verloren haben. «Betet mit mir für sie», twitterte das Oberhaupt der Katholiken.

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