Klimakrise: Weniger Treibhausgas-Emissionen
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KlimakriseWeniger Treibhausgas-Emissionen

Der Treibhausgas-Ausstoss ist in der Schweiz im Jahr 2009 um 1,5 Millionen Tonnen auf 51,85 Millionen Tonnen gesunken. Das hat verschiedene Gründe.

Trotz dieses Rückgangs bleibt der Verkehr heute in der Schweiz der grösste Treibhausgas-Verursacher.

Trotz dieses Rückgangs bleibt der Verkehr heute in der Schweiz der grösste Treibhausgas-Verursacher.

Zurückgegangen sind die Emissionen unter anderem wegen der milden Temperaturen und der wirtschaftlichen Abkühlung im Berichtsjahr. Diese zwei Faktoren widerspiegeln sich auch in der detaillierten Übersicht zu den Verursachern der Treibhausgas-Emissionen: Den grössten Rückgang verzeichnet die Industrie, die ihren Ausstoss in CO2-Äquivalenten um 750 000 Tonnen senkte, wie aus einem Communiqué des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom Montag hervorgeht.

Die Haushalte, die vor allem durch Heizen Treibhausgase verursachen, trugen 240 000 Tonnen zur Reduktion bei. Und im Verkehr sank der Ausstoss um 180 000 Tonnen.

Grösster Klimagassünder: der Verkehr

Trotz dieses Rückgangs bleibt der Verkehr heute in der Schweiz der grösste Treibhausgas-Verursacher. Zwischen 1990 - dem Referenzjahr der Kyoto-Reduktionsziele - und 2009 stieg der Ausstoss um 1,8 Millionen Tonnen oder 12 Prozent auf 16,58 Millionen Tonnen an. Damit ist der Verkehr hierzulande für einen Drittel der Treibhausgase verantwortlich.

Abgesehen vom Verkehr und vom Abfallsektor gingen die Emissionen in allen anderen Bereichen seit 1990 zurück: In der Industrie und im Dienstleistungssektor um je 9 Prozent, in der Landwirtschaft um 7 Prozent und bei den Haushalten um 10 Prozent.

Trotz dieser rückläufigen Tendenzen hat die Schweiz auch im Jahr 2009 die Ziele des Klimaschutzabkommens von Kyoto verfehlt. Gemäss Kyoto-Protokoll muss die Schweiz den Ausstoss von Treibhausgasen im Mittel der Jahre 2008 bis 2012 gegenüber dem Jahr 1990 um 8 Prozent senken.

Als Treibhausgase gelten gemäss Vertrag neben dem wichtigsten Klimagas CO2 auch Methan, Lachgas sowie die synthetischen Gase (HFC, PFC und SF6).

Weiterhin über Kyoto-Zielwert

Einen Teil der Reduktionsverpflichtungen darf die Schweiz mit Klimaschutzprojekten im Ausland und dem Kauf von Emissionsrechten erfüllen. Ausserdem hat sich die Schweiz im Jahr 2006 ausbedungen, dass sie die CO2-senkende Leistung des Waldes anrechnen kann. Da in der Schweiz - dank steigender Waldfläche im Alpenraum - der Holzzuwachs grösser ist als die Holznutzung, wird CO2 gebunden.

Unter Anrechnung der Leistung des Waldes und des Kaufs von Emissionszertifikaten dürfte die Schweiz damit im Mittel der Jahre 2008 bis 2012 noch 48,6 Millionen Tonnen Treibhausgase ausstossen. De facto lag der Ausstoss jedoch auch 2009 trotz rückläufiger Tendenz noch um 0,6 Millionen Tonnen über diesem Zielwert.

Dies bestätigt die Berechnungen des BAFU vom letzten November: In der Verpflichtungsperiode 2008-2012 wird in der Schweiz im Schnitt pro Jahr 0,8 Millionen Tonnen zu viel Treibhausgas ausgestossen. Wie das Ziel dennoch erreicht werden soll, muss der Bundesrat entscheiden.

Noch unbekannt ist die Wirkung von zwei neuen Massnahmen gegen Treibhausgase: So wurde auf Anfang 2010 die CO2-Abgabe erhöht und das Gebäudesanierungsprogramm gestartet. (sda)

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