Valora: Weniger verkauft, mehr verdient
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ValoraWeniger verkauft, mehr verdient

Mit einem Reingewinn von 54,9 Millionen Franken verbesserte Valora 2009 sein Ergebnis um 40 Prozent. Der Umsatz ging trotz Krise nur leicht zurück.

Die Verkäufe an den Kiosken laufen trotz Krise gut: Dem Handelskonzern Valora hat dies 2009 zu einer Verbesserung der Geschäftsresultate verholfen. Selbst Zeitungen und Zeitschriften, zunächst von einem kräftigen Einbruch getroffen, verkauften sich in der zweiten Jahreshälfte wieder besser.

Erreicht worden sei die Trendwende unter anderem mit einem verbesserten Angebot, sagte Finanzchef Lorenzo Trezzini am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich-Kloten. 2009 hat Valora unter dem Namen «P&B» vier Presse- und Buchhandlungen eröffnet, bis Ende des laufenden Jahres könnten bis zu sechs weitere dazukommen.

Schon bei der Lancierung der «P&B»-Läden hatte die Valora-Führung bekundet, dass der Konzern an das Geschäft mit Zeitungen und Büchern glaube. Wie Valora auf den noch jungen Markt für elektronische Zeitungen und Bücher (E-Books) reagieren will, werde bereits beraten, sagte Konzernchef Thomas Vollmoeller.

Aktie legt kräftig zu

Der Konzernumsatz des Betreibers von Kiosken, den «Avec»-Shops und der Kette «Caffè Spettacolo» sank 2009 um 1,2 Prozent auf knapp 2,9 Mrd. Franken. Rechnet man den Verkaufs-Schub durch die Sammelbildchen während der Fussball-EM 2008 sowie Währungs- und Akquisitionseinflüsse heraus, stieg der Umsatz um 1,6 Prozent.

Der Betriebsgewinn (EBIT) beträgt 68,1 Mio. Franken, was 81 Prozent mehr sind als im Vorjahr. Unter dem Strich verbleibt ein um 40 Prozent höherer Gewinn von 54,9 Mio. Franken. 2008 hatten Restrukturierungskosten, aber auch Verkäufe von Firmenteilen das Ergebnis geprägt. Die Dividende soll von 9 auf 10 Fr. pro Aktie erhöht werden.

An der Schweizer Börse gehörte Valora am Mittwoch zu den Tagesgewinnern: Bis zum Nachmittag legte der Titel in einem schwankenden Gesamtmarkt um 8,5 Prozent zu.

ok.- gut gestartet

Die Trendwende verdankt Valora auch neuen Produkten und attraktiveren Verkaufsstellen. Die neue Billig-Eigenmarke ok.-, die der Kundschaft mittlerweile über 100 Produkte anbietet, komme gut an, sagte Konzernchef Vollmoeller. Valora könne nun mit den Billig-Angeboten der grossen Detailhändler besser mithalten.

Die Valora-Kioske, die mit dem Namen «k-kiosk» auftreten, zögen nun zusehens auch jüngere Kunden an, was klar der Valora-Strategie entspreche. Die 60 «Avec»-Shops lägen ebenfalls gut im Rennen, sagte der Konzernchef. Das Ziel sei, Ende Jahr 100 Läden zu betreiben.

Der seit Mitte 2008 amtierende Vollmoeller will Valora weiter auf Trab bringen. Die Kosten hätten im vergangenen Jahr insgesamt um 17 Mio. Fr. gesenkt werden können, berichtete er. Es sei auch endlich gelungen, die Logistik organisatorisch auf einen einheitlichen Kurs zu trimmen.

«Haben Ziele erreicht»

«Wir haben unsere Ziele für 2009 erreicht», sagte Verwaltungsratspräsident Rolando Benedick. Der frühere Krisenfall Valora sei auf gutem Wege, merkten die Analysten verschiedener Banken an und verwiesen unter anderem auf die solide Finanzierung.

Der grosse Ergebnis-Sprung müsse aber 2010 kommen, sagte Konzernchef Vollmoeller. Dank der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika erwartet Valora im laufenden Jahr wieder einen schwungvollen Handel mit den Fussballer-Bildchen.

(sda)

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