Aktualisiert 27.10.2009 09:01

FerienpläneWeniger weit, weniger lang und etwas günstiger

Trotz Krise lassen sich viele Schweizerinnen und Schweizer nicht von ihren Urlaubsplänen abbringen. Doch wo shoppt es sich an Weihnachten besonders günstig und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff «Glamping»?

Bisher seien eher weniger entfernte Destinationen für eine kürzere Dauer und Hotels in einer günstigeren Kategorie gebucht worden, sagte M-Travel-Switzerland-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir mit Blick auf die kommenden Feiertage. Und: «Das Motto lautet: Ferien ja, aber überall etwas weniger.» Bisher haben die Kunden von M-Travel Switzerland, zu dem auch Marken wie Hotelplan, Migros Ferien, Denner Reisen, Travelhouse und Globus Reisen gehören, für die Weihnachtsferien pro Person und Buchung rund 70 Franken weniger ausgegeben.

Das wirkt sich direkt in den Zahlen von M-Travel Switzerland aus: Während beim Buchungsstand bei den Mittelstrecken im Vergleich zum Vorjahr ein Plus im einstelligen Bereich verzeichnet wurde, liegt das Unternehmen beim Umsatz etwas zurück. Bei den Langstrecken sind sowohl Buchungsstand als auch Umsatz negativ.

Deutlich günstiger

Dabei ist das Reisen deutlich günstiger geworden: Die Währungskurse und Kerosinpreise sind im Vergleich günstig. Bei Nachverhandlungen habe M-Travel Switzerland im Vergleich zum Vorjahr zwischen fünf und zehn Prozent tiefere Preise rausholen können, sagte Huguenin-dit-Lenoir.

Aktuell besonders gefragt seien Christmas-Shopping und Städtereisen, nicht zuletzt auch wegen des tiefen Dollar-Kurses. Für eine definitive Bilanz sei es noch zu früh, sagte die Sprecherin. Immer mehr Leute würden immer kurzfristiger buchen. Auch das Wetter spielt eine gewichtige Rolle: Eine Schlechtwetterwoche vor den Ferien hatte beispielsweise im Herbst eine deutliche Zunahme der Buchungen gebracht.

Mehr Geld für das Weihnachtsshopping

Auch Kuoni ist bezüglich Prognosen noch zurückhaltend, da zurzeit kurzfristiger gebucht wird, wie Sprecherin Andrea Müller sagte. Der Reiseveranstalter verzeichnet aktuell eine grössere Nachfrage für Städte-Destinationen wie New York, Boston oder London. «Wegen des tiefen Wechselkurses bleibt dort etwas mehr Geld für das Weihnachts-Shopping übrig», sagte Müller. Laut der Sprecherin wurde noch selten mit so vielen Hoteliers neuverhandelt und so sind die Preise für einzelne Ferien-Angebote im Vergleich zu ursprünglichen Katalogpreisen teilweise bis zu 60 Prozent zurückgegangen. Viele Hotels würden zudem kostenlose Extras wie einen Welcome-Drink, eine Flasche Champagner auf dem Zimmer oder Wellness-Angebote anbieten. Gefragt seien für die kommenden Festtage auch All-Inclusive-Kreuzfahrten, da damit das Budget übersichtlich bleibe.

Es seien aber nicht nur günstige Angebote gefragt, im Gegenteil: «Zahlreiche Gäste wollen sich gerade nach einem so anstrengenden Jahr etwas Gutes tun», sagte Müller. Gefragt seien etwa «Glamping»-Angebote in Afrika, was für luxuriöses Camping (glamourous camping) steht. Solche Reisen seien nicht günstig, aber es seien Erlebnisse, von denen man noch lange zehren könne.

Bald ausgebucht

Bei TUI Suisse liegen die Preise rund fünf bis zehn Prozent tiefer als im Vorjahr, wie Sprecher Roland Schmid sagte. Die Buchungen für Weihnachten und Neujahr liefen kurzfristiger wie im ganzen Jahr, doch gut. Das hänge auch damit zusammen, dass die Feiertage für Ferien dieses Jahr fast optimal lägen. Aber: «Alle möchten möglichst kurz vor Weihnachten abfliegen und am dritten Januar zurückkommen», sagte Schmid. Einige Angebote dürften bald ausgebucht sein. Wer an den Ort und zum Zeitpunkt seiner Wahl reisen wolle, müsse bald buchen. (dapd)

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