Reals Plan B: Wenn Ancelotti nicht darf, kommt Heynckes
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Reals Plan BWenn Ancelotti nicht darf, kommt Heynckes

Jupp Heynckes' Flirt mit Real Madrid wird intensiver. Nach dem Pokalfinal will der 68-Jährige informieren. Doch eigentlich liegt die Zukunft nicht in seinen Händen.

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Mit einem Sieg am kommenden Samstag im Pokal-Final gegen den VfB Stuttgart kann sich Jupp Heynckes bei Bayern München unsterblich machen: Er würde den Rekordmeister zum ersten Triple der Vereinsgeschichte führen. Die Bayern wären erst die elfte Klub-Mannschaft, die in einer Saison Meisterschaft, Cup sowie entweder Champions oder Europa Leauge gewinnen würde. Es wäre der perfekte Abgang für den 68-Jährigen, der im Sommer Pep Guardiola Platz macht.

Ein mindestens ebenso grosses Kaliber im europäischen Klubfussball wartet sehnlichst auf ein Triple. Bei Real Madrid wäre man «schon» mit einem Triumph in der Champions League zufrieden. Seit 11 Jahren warten die Königlichen auf den zehnten Erfolg in der Königsklasse. Auch unter José Mourinho, der die Trophäe 2004 mit Porto und 2010 mit Inter gewonnen hatte, klappte es in den letzten drei Saisons nicht. Am 20. Mai 2013 verkündete die Vereinsleitung die Trennung vom 50-jährigen Portugiesen.

Einer, der weiss, wie man mit Real die Champions League gewinnt, ist Heynckes. Als die Madrilenen mit ihrem Wunschkandidaten Ottmar Hitzfeld im Sommer 1997 keine Einigung erzielten, klopfte man bei Heynckes an. Trotz Ausscheiden im spanischen Pokal (gegen einen Zweitligisten) und dem vierten Platz in der Liga verliess er die Hauptstadt nach nur einem Jahr als gefeierter Mann: Real holte dank einem 1:0 über Juventus Turin die begehrteste Trophäe im Klubfussball.

Heynckes Berater gibt grünes Licht

Schon vergangene Woche wurde publik, dass die Königlichen den 68-Jährigen erneut auf dem Radar haben. Jetzt wird es aber konkreter: Wie die spanische «As» meldet, soll Heynckes einen Zweijahresvertrag unterschreiben, falls das Engagement mit Wunschkandidat Carlo Ancelotti nicht zustande kommt. Passend dazu nährt Heynckes' Berater die Gerüchte mit der folgenden Aussage: «Jupp wünscht sich, zu Real Madrid zurückzukehren. Wenn Florentino uns anruft, würden wir sein Angebot sicher akzeptieren», sagt Enrique Reyes dem spanischen Radiosender RNE. Nun liegt der Ball bei Real-Präsident Florentino Perez.

Oder auch nicht. Denn Ancelotti will, doch Paris Saint-Germain verweigert dem 53-jährigen Italiener die Freigabe. Dieser macht nach aussen gute Miene: «Ich werde meinen gültigen Vertrag akzeptieren, falls mich Paris nicht gehen lässt.» Der Kontrakt endet am 30. Juni 2014. Oder liefert am Ende Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic die Argumente zu Ancelottis

Verbleib? «Ich hatte bereits zahlreiche Trainer, aber keinen wie ihn», sagt der schwedische Nationalspieler und setzt damit die Vereinsführung zusätzlich unter Druck.

Ibrahimovic macht Druck auf Ancelotti

Ancelotti will noch in dieser Woche informieren. Das Gespräch mit den PSG-Verantwortlichen steht bevor. «In den kommenden Tagen werden wir uns unterhalten und eine Lösung finden», so der Italiener, der seit Ende 2011 in Paris weilt. Das trifft sich gut, denn Heynckes wird seinerseits am Ende der Woche mitteilen, ob er seine Trainerkarriere fortsetzt: «Zu meiner Zukunft kann ich sagen, dass meine Entscheidung, was ich nach dem 30. Juni mache, schon im letzten Sommer nach dem verlorenen Champions-League-Finale gefallen ist. Wie sie ausgefallen ist, werden Sie erst am 2. Juni erfahren.»

Nebst dem Trainerposten will Ram eine weitere Stelle neu beziehungsweise mit einem Altbekannten besetzen: Zinédine Zidane soll als Sportdirektor zurückkehren. Letzten Sommer räumte der 40-jährige Franzose seinen Posten bei den Königlichen. Es war von einem Streit mit Mourinho die Rede. «Wir wollen, dass Zidane die sportliche Führung übernimmt», sagte der 66-Jährige Perez und stellte dem Franzosen darüber hinaus sogar den Trainerposten in Aussicht. «Es würde mir auch gefallen, wenn er irgendwann Trainer von Real wird.»

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