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Autocomplete-FailWenn aus «Bei dir» «Beischlaf» wird

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Google muss verletzende Einträge aus der Autocomplete-Funktion streichen. Welche Pannen hat die Funktion bei Ihnen schon verursacht?

von
V. Weber

Gibt man auf Google einen Suchbegriff ein, sorgt die Funktion Autocomplete dafür, dass einem gleich mehrere mögliche Begriffskombinationen vorgeschlagen werden. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Je mehr Google-Nutzer eine bestimmte Begriffskombination in das Suchfeld eingegeben haben, desto weiter oben erscheint diese Kombination, wenn der Nächste den gleichen Begriff eingibt. Doch nun wird dem Prinzip ein Riegel vorgeschoben.

Laut zeit.de hat der deutsche Bundesgerichtshof entschieden, dass Google solche Suchwortketten löschen muss, wenn diese verletzend sind. Das Ganze passiert allerdings nicht von allein, man muss die Löschung viel mehr bei Google beantragen – der Suchmaschinen-Riese beschliesst anschliessend, ob der Eintrag gelöscht werden muss oder nicht.

Autocomplete hinterlässt beim Simsen Spuren

Profitieren könnte davon laut bild.de zum Beispiel die deutsche Ex-First-Lady Bettina Wulf. Sie hatte gegen den Suchmaschinen-Riesen geklagt, weil dort Wörter wie «Rotlicht» und «Escort» mit ihrem Namen assoziiert wurden. Im aktuellen Fall des Bundesgerichtshofes hatte ein Unternehmer geklagt, da sein Name durch Begriffe wie «Scientology» und «Betrug» ergänzt wurde. Was bei Google zu unangenehmen Situationen führt, kann auch beim Schreiben von Textnachrichten Pannen auslösen: Denn die meisten Handys bieten ebenfalls die Autocomplete-Funktion, was zu lustigen Missverständnissen führen kann.

Hier einige Beispiele aus dem Fundus der Redaktion: Gerade neulich wollte sich eine Kollegin mit einem guten Freund verabreden. Eigentlich sollte die Nachricht zur Verabredung folgendermassen lauten: «Heute Abend treffen im Café oder bei dir in der Dienerstrasse?» Daraus machte Autocomplete: «... oder Beischlaf in der Dienerstrasse?» Ein anderer Kollege wollte einem Freund «An Guata» wünschen, doch daraus wurde «An Guatemala». Wiederum ein anderer nennt seine Frau gerne «Süsse», wenn er ihr eine Nachricht schreibt – sein Handy nennt die Ehefrau dank Autocomplete aber lieber «Suppe».

Welche lustigen Autocomplete-Pannen sind Ihnen bereits passiert? Schreiben Sie diese ins Kommentarfeld oder schicken Sie noch besser einen Screenshot der Unterhaltung an community@20minuten.ch.

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