Mars macht sexy: Wenn aus Forschern Popstars werden
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Mars macht sexyWenn aus Forschern Popstars werden

Wenn der Begriff «Sexsymbol» fällt, denken Sie nicht an einen Nasa-Wissenschaftler. Aber weil nicht alle Brille und Seitenscheitel tragen, erhalten diese dank der Mars-Mission gar Heiratsanträge.

von
rme

Von Wissenschaftlern zu Stars: Die Ingenieure der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die den Rover «Curiosity» Anfang der Woche erfolgreich auf dem Mars gelandet haben, werden in den USA fast wie Popstars gefeiert. «Wir haben so viele E-Mails und Anfragen über Twitter und Facebook bekommen – das zu bearbeiten wird Wochen dauern», sagte der Nasa-Wissenschaftler Steve Sell am Freitag (Ortszeit) bei einer Medienkonferenz.

Sein Kollege Allen Chen erzählte, er sei in den vergangenen Tagen in einer Pizzeria erkannt worden. «Das war etwas ganz Neues für mich.» Zum absoluten Liebling entwickelt sich aber ihr Kollege Bobak Ferdowsi. Während der Landung des Marsrovers, die aus dem Kontrollzentrum der Nasa im kalifornischen Pasadena live im Internet übertragen wurde, war der Wissenschaftler mit einer aussergewöhnlichen Frisur aufgefallen: einem Irokesenschnitt mit einrasierten Sternen an den Seiten.

Im Internet wurde der sogenannte «Mohawk Guy» zum Renner. Sogar Heiratsanträge habe er bekommen, sagte Ferdowsi dem Magazin «Wired». «Einer meiner liebsten kam über Twitter und er ging so: «Willst du mich heiraten? Wenn ja, lande einen Rover auf dem Mars».»

Frisur der Mission angepasst

Ferdowski nimmt seine Haarpracht sehr ernst. Steht eine neue Mission an, überlegt er sich, wie er sich stylen soll. Er präsentiert seinen Freunden Vorschläge, lässt sie abstimmen. Sein Ziel sei es, erklärte er der «Los Angeles Times», das Image der Nasa-Forscher zu verbessern. Man habe immer nur die Aufnahmen aus der Zeit der Apollo-13 vor Augen: «Alle trugen ein weisses Hemd, eine schwarze Krawatte und natürlich eine Hornbrille.»

Der «Mohawk Guy» träumt davon, dass seine Frisur inspirierend wirkt. Seine grösste Belohnung wäre es, sagte er, wenn in zehn Jahren ein junger Mitarbeiter zu ihm kommen und sagen würde, er hätte ihn damals im Fernsehen gesehen und er sei einer der Gründe, weshalb er nun zur Nasa gekommen sei.

Der Forschungsroboter «Curiosity» war am Montag nach rund acht Monaten Flug auf dem Roten Planeten gelandet. Die Bilder der jubelnden Nasa-Wissenschaftler gingen um die Welt. (rme/sda)

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