Aktualisiert 04.12.2015 18:05

Live-PerformanceWenn aus Würfeln Geschichten entstehen

Witzig, spontan und kreativ: Wenn die Icon Poets morgen im Progr um die beste Kurzgeschichte wetteifern, wird kein Auge trocken bleiben.

von
Nadine Ellis
Wenn sich die Icon Poets duellieren, darf mit Wortwitz und kreativen Kurzgeschichten gerechnet werden.

Wenn sich die Icon Poets duellieren, darf mit Wortwitz und kreativen Kurzgeschichten gerechnet werden.

Wenn die drei Brüder und Spielautoren Frei in ihrem Berner Atelier ihre Köpfe zusammenstecken, entstehen kreative Brettspiele und aussergewöhnliche Konzepte. Bei ihrem Projekt Icon Poet versuchen jeweils vier wortgewandte Autoren und Schauspieler, das Publikum mit ihren fantasievollen und witzigen Kurzgeschichten zu überzeugen. Morgen Abend findet das unterhaltsame Spektakel live im Berner Progr statt.

Basis der witzigen Kurzgeschichten bilden 216 Icons, die auf den 36 Würfeln des Spiels abgedruckt sind. Von ihnen werden fünf gewürfelt. Dann geht es los: Die Icon Poets haben drei Minuten Zeit, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und die Icons in ihre Kurzgeschichten einzubinden. Morgen werden sich die Autorin Patti Basler, Musiker Boni Koller, Krimiautor Thomas Kowa und Poetryslam-Schweizermeisterin Hazel Brugger der Aufgabe stellen.

Improvisation und haarstäubenden Geschichten

Die Idee dazu entstand auf einer gemeinsamen Reise der Brüder in Afrika. «Wir waren beeindruckt vom Improvisationstalent der Leute und von den haarsträubenden Geschichten, die sie auf der Safari erzählten», sagt Lukas Frei. Das Spiel gibt es mittlerweile seit fünf Jahren, nach einem Jahr folgten die ersten Veranstaltungen.

Der besondere Reiz von Icon Poets besteht darin, die gewürfelten Icons in vorgegebene Szenarien einzubauen, was den Spielern sehr viel Spontanität abverlangt. Die Szenarien reichen von einem perfekten Alibi in der Mordnacht über eine unglaubliche Erfindung bis hin zu einem romantischen Heiratsantrag. «Wegen des Zeitdrucks haben die Icon Poets keine Zeit zu überlegen – so entstehen die lustigsten Geschichten», so Frei.

Zuschauer als Ghostwriter

Zwar haben die Teilnehmer entweder Bühnen- oder Schreiberfahrung, «denn die Performance ist ein wichtiger Punkt». Dennoch geschieht es zwischendurch, dass ein Poet einen Totalausfall hat. Hier kommt das Publikum zum Zug: Es sieht die gewürfelten Icons live auf einer Leinwand und kann mitschreiben und mitfiebern. Herrscht im Kopf des Poeten also gähnende Leere, kann er einen Joker ausspielen. In diesem Falle springt ein Zuschauer als Ghostwriter ein und beendet die Story.

Die besten Geschichten werden jeweils durch ein Publikumsvoting bestimmt. Nach acht Spielrunden wird schliesslich der Icon Poet des Abends erkoren.

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