Unschöne Konsequenzen: Wenn das «Fortnite»-Spielen zur Sucht wird
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Unschöne KonsequenzenWenn das «Fortnite»-Spielen zur Sucht wird

«Fortnite» gehört zu den meistgespielten Games überhaupt. Bei Spielern jeglichen Alters kann es sich problematisch aufs Privatleben auswirken.

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nicik_01
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Eine neunjährige britische Schülerin wird wegen ihrer Sucht nach dem Computerspiel «Fortnite» behandelt.

Eine neunjährige britische Schülerin wird wegen ihrer Sucht nach dem Computerspiel «Fortnite» behandelt.

Screenshot epicgames.com
Sie verbrachte bis zu zehn Stunden am Tag vor dem Bildschirm. Ihre Eltern bemerkten erst, dass etwas mit ihrer Tochter nicht stimmte, als der Vater sie eines Nachts auf einem mit Urin getränkten Kissen sitzend entdeckte.

Sie verbrachte bis zu zehn Stunden am Tag vor dem Bildschirm. Ihre Eltern bemerkten erst, dass etwas mit ihrer Tochter nicht stimmte, als der Vater sie eines Nachts auf einem mit Urin getränkten Kissen sitzend entdeckte.

Screenshot epicgames.com
Die Neunjährige sei nicht der einzige Fall von spielsüchtigen Kindern, sagt der Psychologe, der das Mädchen behandelt. «Ich werde jede Woche von Dutzenden Eltern angefragt. Einige der Patienten sind erst acht Jahre alt.»

Die Neunjährige sei nicht der einzige Fall von spielsüchtigen Kindern, sagt der Psychologe, der das Mädchen behandelt. «Ich werde jede Woche von Dutzenden Eltern angefragt. Einige der Patienten sind erst acht Jahre alt.»

Screenshot epicgames.com

Das Battle-Royale-Game «Fortnite» kämpft schon seit längerem mit dem Ruf, dass es stark süchtig machen kann. Dass «Fortnite» – wie auch andere Spiele – einen Suchtfaktor bietet, ist nicht abzustreiten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Sommer die Sucht nach Games sogar offiziell als Krankheit anerkannt.

«Fortnite» kann sich in der Tat stark aufs Privatleben einzelner Spieler auswirken. So können sich etwa Prioritäten beträchtlich verschieben. Der US-amerikanische TV-Sender ABC berichtete kürzlich von einem extremen Beispiel. So soll ein Bub so stark ins Spiel vertieft gewesen sei, dass er das Haus trotzt einer Tornado-Warnung nicht verliess.

In Therapie wegen «Fortnite»

Auch auf zwischenmenschliche Beziehungen kann «Fortnite» Auswirkungen haben. Laut der Befragung einer auf Scheidungen spezialisierten Website in Grossbritannien sind «Fortnite» und andere Videospiele bei rund fünf Prozent aller seit Anfang Jahr über die Website eingereichten Anträge für die Trennung verantwortlich. Dies berichtete kürzlich Dailydot.com.

Gerade für jüngere Spieler kann die Sucht nach Spielen unter Umständen gefährlich sein. Denn wegen übermässigen Zockens leiden nicht nur die schulischen Leistungen, sondern auch der Umgang mit anderen. Extreme Anzeichen einer Sucht zeigte ein 9-jähriges Mädchen aus Grossbritannien. Es verbrachte mehrere Stunden pro Tag mit «Fortnite» und schlief deshalb mehrmals während des Unterrichts ein. Auch schlug die Schülerin ihren Vater, weil er ihre Spielkonsole konfiszierte. Sie musste daraufhin in Therapie.

Hilfe für Betroffene

Du hast das Gefühl, du bist süchtig? Es gibt diverse Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst, etwa die Suchtprävention Zürich. Dort kannst du testen, wie es um dein Konsumverhalten – auch im Umgang mit Games – steht. Solche Tests können allerdings nur Hinweise geben. Angebote, die speziell auf Jugendliche zugeschnitten sind, gibt es hier und hier.

Über die Autoren

Bei «Fortnite» springen sie als Joshua Cruiser (15) und nicik_01 (17) aus dem Battle Bus. Ab sofort schreiben die zwei für 20 Minuten regelmässig über das Spiel. Der Liebligs-Skin von nicik_01: Himmelsjäger (Bild oben).

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