Aktualisiert 23.01.2015 10:46

Taxi-Knatsch

Wenn das Herz zu einem Taxi-Streit führt

In Gossau werben seit kurzem zwei Taxiunternehmen mit einem Herz. Eines heisst «Fahrdienst mit Herz», das andere «Taxi mit Herz». Nun bannt sich ein regelrechter Taxi-Streit an.

von
qll
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Astrid Braunwalder ist seit vier Jahren mit ihrem «Fahrdienst mit Herz» in Gossau unterwegs.

Astrid Braunwalder ist seit vier Jahren mit ihrem «Fahrdienst mit Herz» in Gossau unterwegs.

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Laut Braunwalder unterscheidet sich ihr Taxiunternehmen von den anderen durch die ganze Ausrüstung in ihrem Auto und den niedrigen Tarifen.

Laut Braunwalder unterscheidet sich ihr Taxiunternehmen von den anderen durch die ganze Ausrüstung in ihrem Auto und den niedrigen Tarifen.

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Nun wirbt aber auch Taxiunternehmer Bruno Egli mit praktisch gleichem Namen.

Nun wirbt aber auch Taxiunternehmer Bruno Egli mit praktisch gleichem Namen.

Screenshot local.ch

«Er versucht mir die Kundschaft zu stehlen», so Astrid Braunwalder, die Geschäftsführerin von «Fahrdienst mit Herz», gegenüber TVO. «Da bin ich mir sicher.» Damit meint sie Taxiunternehmer Bruno Egli, der praktisch mit dem gleichen Namen «Taxi mit Herz» für sein Unternehmen wirbt wie sie.

«Die alten Leute kommen nicht mehr draus»

Braunwalder ist seit rund vier Jahren in Gossau mit Herz unterwegs. Sie hilft mit ihrem Fahrdienst älteren und kranken Leuten von A nach B zu kommen. Laut Braunwalder unterscheidet sich ihr Taxiunternehmen von den anderen, weil sie erstens günstigere Tarife anbietet und zweitens durch die ganze Ausrüstung in ihrem Auto.

Seit kurzem wirbt aber auch ein anderes Taxiunternehmen in Gossau im Telefonbuch mit einem Herz. «Die alten Leute kommen nicht mehr draus», so Braunwalder. Es sei gut möglich, dass jemand nun das falsche Unternehmen anruft. «Deshalb finde ich es ganz schlecht, wenn jemand den gleichen Namen nimmt», erklärt sie. «Und dennoch nicht das Gleiche macht wie ich.»

Konkurrent gibt sich als Mitarbeiter aus

Die unerwartete Konkurrenz kommt von Bruno Egli aus Gossau. Sein Unternehmen «Taxi Bruno» ist zurzeit unter vier verschiedenen Namen im Telefonbuch geführt, unter anderem als «Taxi mit Herz».

Es ist aber nicht nur der Name, der Braunwalder stört: Seit neustem gebe sich Egli als ihr Mitarbeiter aus: «Ich habe diese Woche am Bahnhof gehört, dass jemand mich wollte», so Braunwalder. Dann sei aber er gekommen und habe der Person erzählt, er habe schon einige Fahrten für ihr Unternehmen gemacht, so Braunwalder.

«Sie hat mir das Herz geklaut, nicht ich ihr»

Als das Unternehmen «Bruno Taxi» mit den Vorwürfen von Braunwalder konfrontiert wird, heisst es vorerst, man habe das Taxi mit Herz ohne Hintergedanken gewählt. Ausserdem sei das nicht verboten, sagte die Frau des Geschäftsführers zu TVO. Zudem würden sie am Telefon klar deklarieren, dass sie nicht der «Fahrdienst mit Herz» seien, sondern eben das «Taxi mit Herz». So komme es auch gar nicht erst zu einer Kundenabwerbung, wie Braunwalder befürchtet.

Später meldet sich jedoch der Geschäftsführer Bruno Egli per Mail: «Als Ergänzung möchte ich noch erwähnen, dass selbst der Name Fahrdienst mit Herz von mir gestohlen ist», so Egli. «Ich habe schon seit mindestens 12 Jahren den i-Punkt von Taxi durch ein Herz ersetzt.» Ein altes Auto stehe noch bei ihm zu Hause. «So viel zu den Vorwürfen von gestohlener Kundschaft», so Egli abschliessend.

«Das ist erstunken und erlogen», so Braunwalder. Dennoch kann sie auf rechtlicher Ebene nichts gegen das Taxiunternehmen unternehmen. Einen ähnlichen Namen wie die Konkurrenz zu verwenden, ist nicht verboten. Was ihr übrig bleibt, ist ihre Kunden zu informieren und zu hoffen, dass die Alten und Kranken die richtige Nummer wählen.

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