Motörhead-Mord: Wenn das Rockkonzert zur Todesfalle wird
Aktualisiert

Motörhead-MordWenn das Rockkonzert zur Todesfalle wird

Bei Rockshows sollten die Musik und der Spass im Zentrum stehen. Doch es kommt dabei immer wieder zu tragischen Todesfällen, so wie beim Motörhead-Konzert in Leeds.

von
Niklaus Riegg
Bei Konzerten von Motörhead, den Toten Hosen, den Rolling Stones und Pearl Jam (v.l.) kamen schon Menschen zu Tode.

Bei Konzerten von Motörhead, den Toten Hosen, den Rolling Stones und Pearl Jam (v.l.) kamen schon Menschen zu Tode.

Letzte Woche wurde im Anschluss an ein Motörhead-Konzert ein Fan von zwei Schlägern zu Tode geprügelt. Was nach einem tragischen Einzelfall klingt, ist nur ein Vorfall unter vielen: Bei Rockshows kommen immer wieder Menschen zu Tode.

Altamont

Die Mutter aller Rocktragödien geschah in Altamont: Am 6. Dezember 1969 verstarben beim «Woodstock des Westens» vier Menschen. Einer davon, der 18-jährige Meredith Hunter, wurde dabei unmittelbar vor der Bühne von einem Mitglied der als Security fungierenden Hells Angels erstochen – während die Rolling Stones «Under my Thumb» sangen. Weil Hunter eine Schusswaffe gezogen hatte, wurde der Hells Angels wegen Notwehr freigesprochen.

Der Tod von Meredith Hunter

Quelle: YouTube

Roskilde

Am 30. Juni 2001 kam es beim Roskilde-Festival zu einem tragischen Vorfall: Während dem Konzert von Pearl Jam wurden neun Menschen erdrückt. Die Band hatte das Konzert mehrmals unterbrochen – und das Publikum darauf hingewiesen, Platz für die vorderen Reihen zu machen. Trotzdem starben neun Fans unter dem Druck der hinteren Reihen. Seither wurden bei grossen Festivals die Sicherheitsmassnahmen verstärkt und sogenannte Wellenbrecher installiert. Diese sollen verhindern, dass der Zuschauerdruck vor der Bühne zu gross wird.

Quelle: YouTube

Krylya

Rockkonzerte wurden auch schon das Ziel von Terroranschlägen. So etwa am 5. Juli 2003. Damals töteten zwei tschetschenische Seltstmordattentäterinnen 14 Festivalbesucher am Krylya-Festival in Moskau. Aus Angst vor einer Massenpanik wurden die ahnungslosen Besucher nicht informiert. Das Konzert ging weiter.

Die Toten Hosen

Einen besonders tragischen Vorfall gab es beim Jubiläumskonzert der Toten Hosen am 28. Juni 1997. «Leute, passt auf eure Nachbarn auf, rückt nach hinten, nehmt Rücksicht», ermahnte Sänger Campino immer wieder das Publikum beim 1000. Hosen-Konzert. Es nützte nichts. Eine 16-jährige Holländerin erlitt im Gedränge einen tödlichen Kreislaufzusammenbruch. 300 Hosen-Fans wurden verletzt. Die Punkrocker sagten danach alle Konzerte der Tour ab.

Bei all den tragischen Vorfällen darf nicht vergessen werden: Angesichts der Anzahl an Rockshows, die Tag für Tag rund um den Erdball stattfinden, ist es eigentlich erstaunlich, wie wenig dabei passiert.

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