Aktualisiert 16.05.2020 14:43

Restaurants in der Corona-Zeit

Wenn der Duschvorhang im Restaurant die Gäste isoliert

Wie die Restaurants die aktuellen Gastronomie-Regeln umsetzen, ist den Wirten selber überlassen. In den ersten Tagen der Wiedereröffnung zeigen sich nun die unterschiedlichsten Interpretationen. Welche Entdeckungen habt ihr gemacht?

1 / 7
Dem Einfallsreichtum der Gastronomen sind keine Grenzen gesetzt: In einer Berner Bar schützen Duschvorhänge die Gäste vor allfälligen Viren.

Dem Einfallsreichtum der Gastronomen sind keine Grenzen gesetzt: In einer Berner Bar schützen Duschvorhänge die Gäste vor allfälligen Viren.

Leser-Reporter
In der Cafe Bar Sattler in Bern zieht man sich fürs Kaffe trinken und Zeitung lesen ins Vorhang-Zelt zurück. Für die einen Gäste ist der Anblick befremdend, andere schätzen die neugewonnene Privatsphäre im beliebten Berner Lokal.

In der Cafe Bar Sattler in Bern zieht man sich fürs Kaffe trinken und Zeitung lesen ins Vorhang-Zelt zurück. Für die einen Gäste ist der Anblick befremdend, andere schätzen die neugewonnene Privatsphäre im beliebten Berner Lokal.

Facebook
Vielerorts wird nun auch auf das Plexiglas gesetzt. Dieses bewährt sich auch schon seit Wochen in Geschäften.

Vielerorts wird nun auch auf das Plexiglas gesetzt. Dieses bewährt sich auch schon seit Wochen in Geschäften.

KEYSTONE

Die Weisung des Bundesrats ist klar: Gastro-Betriebe dürfen zwar in ihren Lokalen wieder Gäste bedienen. Dies jedoch nur, wenn sie sich strikt an die Vorschriften halten. Vorerst dürfen höchstens vier Personen an einem Tisch sitzen. Zwischen den einzelnen Tischen muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern bestehen.

Um nicht gegen die Regeln der Behörden zu verstossen, haben sich die Gastronomiebetriebe zur Wiedereröffnung Unterschiedlichstes einfallen lassen. In den letzten Tagen erhielten die Restaurantbesucher nun Einblicke in deren Kreativität. So trennen jetzt öfters Plexiglas-Konstrukte die Besucher vom Nebentisch ab, mancherorts werden die Gäste in Holzkojen bedient, oder die Anzahl Tische wurde aufs Minimum reduziert.

Vorhänge und «Duschkabinen»

In Bern dienen in einer kleinen Bar gar durchsichtige Duschvorhänge als Corona-Schutz. Auch in einer Caffé Bar in der Berner Länggasse wurde auf die Wiedereröffnung hin gebastelt und gebaut: Wer im Sattler sein morgendliches Cappuccino trinken oder mit einem Märzen auf den Feierabend anstossen will, der muss dies inmitten von weissen Vorhängen tun. «Der Anblick dieser Boxen ist gewöhnungsbedürftig», meint ein regelmässiger Gast, der den Bau der Konstruktion durchs Schaufenster des beliebten Lokals mitverfolgt hat.

Selbst der Betreiber des Cafés muss sich an den neuen Look und die damit verbundenen Arbeitsabläufe gewöhnen: «Die aktuelle Situation ist für alle schwierig. Unser Restaurant ist klein – mit dem Massstab haben wir in den letzten Tagen alles ausgemessen und sind nun zu dieser Lösung gekommen», so Chef Micha Flach. Dank den Vorhänge-Boxen könne man immerhin zwei Drittel der Tische weiterhin bedienen. «Es gibt Gäste, die ärgern sich allgemein über diese Massnahmen. Doch andere schätzen nun auch die neu gewonnene Privatsphäre in unseren Tischabteilen», sagt Flach.

Der Gast wird zum Kellner

Nicht nur mittels baulichen Massnahmen versucht man, den Hygienevorschriften nachzukommen: So erzählt eine Leser-Reporterin von einem geplanten Restaurantbesuch in Luzern: «Eigentlich freute ich mich, nach langem einen gemütlichen Abend in einem feinen örtlichen Restaurant zu verbringen», so die junge Frau. Schliesslich habe sie es aber sein lassen: «Der Wirt erklärte mir, dass die Bedienung nicht zu uns an die Tische kommt. Das Servierpersonal würde das Essen lediglich auf die Theke stellen», rapportiert die Frau. «Wenn ich in ein richtiges Restaurant gehe, dann wünsche ich mir auch den Komfort des Services – so habe ich dann mit meiner Begleitung auch ziemlich schnell wieder das Weite gesucht.» Schliesslich habe sie ganz in der Nähe ein anderes Restaurant gefunden – «dort wurden wir schliesslich richtig bedient, das Menü schmeckte und der Abend wurde doch noch gemütlich.»

Habt ihr in den letzten Tagen ein Café besucht, in einem Restaurant Zmittag oder Znacht gegessen oder mit Freunden in einem Lokal ein Bier getrunken? Erzählt uns von eurer erste Corona-Restaurant-Erfahrung in den Kommentaren!

(miw)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
86 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

soso

18.05.2020, 19:27

is ja super das die Restaurants offen.haben und die Abstände und Hygiene haben aber wie siehst den aus auf dem Klo steht da jetzt auch nee Dame die nach jedem Gast reinigt?

Sandra usem Seeland

18.05.2020, 17:48

Ich finde schöne Holzwände als Abtrennung viel“heimeliger“ und das Servicepersonal wo mit Mundschutz bedient einfach super👍👌ich werde nur solche Restaurant bevorzugen, weil nur diese haben es verdient!

Sandra aus dem Seeland

18.05.2020, 17:38

In den Restaurants sollten mehr Kontrollen durchgeführt werden. Einige halten sich strikt an das Schutzkonzept! Und werden kritisiert weil sie mit Mundschutz die Gäste bedienen👍Aber der grösste Teil schert sich einen Teufel darum und das finde ich eine bodenlose Frechheit!! Ihnen haben wir es zu verdanken, wenn wir plötzlich wieder schliessen müssen😖