29.06.2019 13:05

Wundersames ComebackWenn der Letzte wie ein Sieger gefeiert wird

2011 verlor Robert Kubica bei einem Unfall fast den Arm. Nun steuert er für Williams wieder ein Formel-1-Auto.

von
René Hauri, Spielberg
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Robert Kubica schlendert durch die Boxengasse der Formel 1. Der Pole ist Letzter im Fahrerranking und trotzdem ein Gewinner dieser Saison.

Robert Kubica schlendert durch die Boxengasse der Formel 1. Der Pole ist Letzter im Fahrerranking und trotzdem ein Gewinner dieser Saison.

epa/Valdrin Xhemaj
Kubica hält für ein Selfie hin. Dass er überhaupt an den Formel-1-Rennstrecken unterwegs ist, ist nicht selbstverständlich.

Kubica hält für ein Selfie hin. Dass er überhaupt an den Formel-1-Rennstrecken unterwegs ist, ist nicht selbstverständlich.

epa/Valdrin Xhemaj
Im Februar 2011 crashte Kubica nämlich in einem Rallye-Wagen. Beinahe verlor er dabei seinen Arm, noch heute wird dieser von Narben geziert.

Im Februar 2011 crashte Kubica nämlich in einem Rallye-Wagen. Beinahe verlor er dabei seinen Arm, noch heute wird dieser von Narben geziert.

AP/Roberto Ruscello

Letzter in der Fahrer-Wertung, 0 Punkte, nur zweimal war ­bisher einer langsamer als er. Robert Kubica war sein Leben lang ein Kämpfer. Doch nun mag selbst er nicht mehr den grossen Angriff ausrufen. So verkorkst waren die ersten acht Rennen mit Williams. «Wir müssen sicherstellen, dass wir das Beste aus dem machen, was wir haben.» Das sagt er vor dem Grand Prix von Österreich (Sonntag, 15.10 Uhr live im Ticker).

2008 in Kanada war Kubica noch der bislang einzige Sieger für Sauber. Nun ist er am anderen Ende angelangt. Ein Sieger ist er trotzdem. Der 34-Jährige hat Dramatisches erlebt, sein rechter Arm zeugt davon. ­Tiefe und breite Narben zieren ihn. Es ist die Erinnerung an den Unfall, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte.

Es geht halt irgendwie

Es geschah bei einem Rallye nahe Genua im Frühjahr 2011. Kubica war in eine Leitplanke gedonnert, diese bohrte sich mittig in ­seinen Skoda Fabia. In einer siebenstündigen Operation retteten die Ärzte die Extremität. Die Vorstellung, dass der Pole je wieder würde Autorennen fahren können, grenzte an ­Utopie.

Nun ist er zurück.

Wie kriegt er es nur hin, derart eingeschränkt einen Rennwagen bei über 300 km/h auf der Strecke zu halten und dabei allerhand Knöpfe zu bedienen? Es scheint, als wüsste er die Antwort selber nicht genau. Es geht halt irgendwie. Kubica sagt: «Ich bin glücklich, wie mein Körper reagiert. Da ist kein Zweifel mehr. Überhaupt sollte keiner Zweifel haben. Die Limitierungen, die ich habe, hindern mich nicht ­daran, auf einem guten Niveau in der Formel 1 zu fahren.» Das Auto ist derzeit mehr Bremsklotz als der Körper.

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