Mercedes-Benz EQA: Wenn der neue EQA sprechen könnte
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Mercedes-Benz EQAWenn der neue EQA sprechen könnte

Mit dem rein elektrischen EQA will Mercedes-Benz den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern. Wir konnten die elektrische Kompaktklasse bereits fahren. Was sie alles kann, erzählt sie gleich selbst.

von
Isabelle Riederer / A&W Verlag

Am Mittwoch, den 20. Januar 2021, feierte Mercedes-Benz die Weltpremiere des rein elektrischen EQA. Einen Tag zuvor durften wir das noch leicht getarnte Modell am Hauptsitz von Mercedes-Benz Schweiz in Schlieren bereits in Augenschein nehmen und eine kurze Testrunde drehen.

Hallo EQA, du bist der zweite rein elektrische Stern am Mercedes-Benz-Himmel. Warum siehst du denn aus wie der bereits bekannte GLA? Und ein bisschen zugenommen hast du auch, oder?

«Das stimmt, wir sind nahe Verwandte. Wir teilen uns sozusagen die gleiche Basis. Aber es gibt da doch ein paar optische Merkmale, die mich von meinem Verbrenner-Bruder unterscheiden. So hab ich einen echt coolen schwarzen Kühlergrill und ein Lichtband am Heck, das jeden Gucci-Gürtel in den Schatten stellt. Zudem hab ich rosagoldfarbene Deko-Elemente im Interieur. Aber was soll das mit dem Zunehmen? Bodyshaming, oder was? Ich hab nicht mal einen Zentimeter in der Länge dazubekommen, so what! Meine Rundungen sind der Hammer!»

Du bist ziemlich überzeugt von dir selbst?

«Das darf ich auch sein. Erstens bin ich ein Mercedes-Benz, zweites sehe ich richtig gut aus und drittens kannst du mir mal den Heckspoiler runterrutschen.»

Okay, schon gut. Bleiben wir sachlich. Wie sieht es denn mit deiner elektrischen Reichweite aus?

«Nach WLTP habe ich 426 Kilometer. Meine Lithium-Ionen-Batterie steckt in meinem Unterboden. Im Grunde befindest du dich gerade über meinem Akku. Deshalb sitzt du auch ein bisschen höher, vor allem auf der Rückbank.»

Der neue Mercedes-Benz EQA ist das zweite Elektroauto der Stuttgarter nach dem EQC.

Der neue Mercedes-Benz EQA ist das zweite Elektroauto der Stuttgarter nach dem EQC.

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Nach WLTP hat der EQA eine elektrische Reichweite von 426 Kilometern.

Nach WLTP hat der EQA eine elektrische Reichweite von 426 Kilometern.

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Das Lichtband am Heck zeigt die Verwandtschaft zur EQ-Familie von Mercedes-Benz.

Das Lichtband am Heck zeigt die Verwandtschaft zur EQ-Familie von Mercedes-Benz.

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Und wieviel Reichweite hast du in echt?

«Da hab ich immer noch gut 400 km, wenn du nicht gerade fährst, wie ein gesengte Sau. Du kannst zum Beispiel mit den Wippen am Lenkrad die Rekuperation beeinflussen und Strom zurückgewinnen. Ich habe insgesamt fünf Rekuperationsstufen. Meine Lieblingsstufe ist DAuto, da kann ich nämlich meine Stärken besonders gut ausspielen und der Fahrer kann sich ganz entspannt auf den Verkehr konzentrieren.»

Was ist denn DAuto?

«DAuto ist eine Rekuperationsstufe, die zusammen mit meinem ECO Assistent arbeitet. Sobald du das Auto startest, ist auch der ECO Assistent bereit, um dir Tipps zu geben, wann du zum Beispiel den Fuss vom Gas nehmen kannst, weil in ein paar Meter nur noch 60 km/h erlaubt sind oder du segeln kannst. Die Daten für diese Berechnungen nimmt der ECO Assistent aus Informationen über den Streckenverlauf, Geschwindigkeitsbegrenzungen und den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen.»

Redaktorin Isabelle Riederer durfte den Mercedes-Benz EQA in der Schweiz als Erste noch vor der Weltpremiere testen – deshalb ist das Fahrzeug auch noch leicht getarnt.

Redaktorin Isabelle Riederer durfte den Mercedes-Benz EQA in der Schweiz als Erste noch vor der Weltpremiere testen – deshalb ist das Fahrzeug auch noch leicht getarnt.

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Wie lange dauert es bis dein Akku wieder voll ist?

«Das ist das Coole. Du kannst mich entweder zuhause, an einer Wallbox oder an eine öffentliche Ladestation anhängen, da dauert es halt ein bisschen länger. Oder aber – und jetzt kommts – ich bin auch in der Lage, an Schnellladestationen mit bis zu 100 kW Strom anzudocken. Dann dauert es knapp 30 Minuten und meine Batterie ist wieder zu 80 Prozent geladen.»

E-Autos sind ja schon leise, aber du bist beinahe schon lautlos. Wie hast du das geschafft?

«Mein Entwicklerteam hat sich da was Schlaues einfallen lassen. So wurde mein elektrischer Antrieb komplett vom Fahrwerk und der Karosserie entkoppelt, deshalb bin ich so leise. Zudem wurde ordentlich gedämmt und isoliert, was Störgeräusche zusätzlich verringert hat.»

Kommen bald auch noch andere aus deiner Familie? Vielleicht auch ein Modell mit Allradantrieb?

«Ja, ich mach jetzt im Frühling mal den Anfang, später kommen dann noch ein paar weitere dazu, darunter auch eine Sportvariante mit mehr als 500 km Reichweite und ein EQA mit Allrad, ideal für die Schweiz.»

Kommen wir zu deinem Interieur. Sieht chic aus.

«Chices Leder, viel Chrom, edle Hölzer und hast du die blauen Ziernähte gesehen? Der Hammer. Die sind Teil der Edition 1-Aussstattung. Ich mag ja meine riesige, glasklare Instrumententafel. Zusammen mit meinem intelligenten Infotainmentsystem MBUX inklusive Sprachsteuerung erfülle ich dir fast alle Wünsche.»

Dann erzähl mir doch mal, was es mit dieser Electric Intelligence auf sich hat. Bist du jetzt ein Superhirn auf vier Rädern?

«Fast, aber mit meiner Electric Intelligence helfe ich dir, stressfrei an dein Ziel zu kommen. Nehmen wir mal an, du willst ans Meer fahren. Gibst du im Navi Nizza ein, berechne ich dir nicht nur die optimale Strecke inklusive Ladestopps, sondern berücksichtige dabei auch Faktoren, wie die Topographie der Strecke, das Wetter, die Verkehrssituation sowie verfügbaren Ladestationen und ihre Ladeleistungen bis an dein Ziel.»

Und was bringt mir das?

«Weniger Stress! Hörst du mir nicht zu? Viele Autofahrerinnen und -fahrer scheuen sich davor ein E-Auto zu fahren, weil sie unter Reichweitenangst leiden und glauben, dass ein Elektroauto zu viel Aufwand ist. Mit der Electric Intelligence kann ich ihnen diese Sorgen abnehmen. Da ich immer genau weiss, wann und wo ich am besten Strom nachlade, muss der Fahrer sich darüber keine Gedanken mehr machen.»

Bis jetzt waren die meisten Elektroautos aber auch ziemlich teuer, was die Kunden ebenfalls abgeschreckt hat.

«Ich werde unter 50'000 Franken kosten. Und ich bin jeden Rappen wert!»

Wann kommst du eigentlich wieder in die Schweiz?

«Ab Februar kann man mich bestellen. Im Frühling komme ich dann zurück in den Schweiz zur Markteinführung. Da will ich unbedingt mit dabei sein.»

Deine Meinung

149 Kommentare
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Pro Sünneli

21.01.2021, 23:44

Ich finde es super, dass in Zukunft die Verbreitung von Verbrennermotoren, besonders wichtig in den Abgas-belasteten Städten, abnimmt, dank vermehrtem Einsatz von E-Autos! Momentan ist zwar Tesla technologisch noch weit vor allen anderen, aber schön, dass jetzt alle Hersteller die nicht von der Bildfläche verschwinden wollen auf E-Antrieb umsteigen.

Sagt Watt ihr Volt, aber

21.01.2021, 23:14

Der Dieselskandal hat den Ruf der Automobilbranche ramponiert. "Die Dieselaffäre hat die alte Ordnung wie eine Schlammlawine in den Abgrund gerissen." Und: "Die Autohersteller haben ihr Mitspracherecht im EU-Parlament verwirkt, weil sie gelogen haben" , stellt Bernard Jullen fest. Für einen besseren Ruf setzen die Autobauer jetzt auf die Elektrotechnologie...

Endromeda

21.01.2021, 23:10

Soll doch jeder Verbrenner fahren der will. Ich fuhr zuvor einen Skoda Superb TSI Benziner. Im Jahr legte ich nur für den Service zwischen 700 und 1500 Fr. plus mehrere tausend Fr. für Benzin hin. Mein neuer Tesla Model 3 hat 450 PS, eine Tankfüllung kostet mich zu Hause wenige Franken und der Service alle 2 Jahre kostet im Schnitt keine 500 Fr. Jeden Morgen ist das Fahrzeug vollgetankt (was ist eine Tankstelle? wozu braucht man die?). Aber eben, soll jeder Benziner oder Diesler fahren wenn er will. Ich brauche diese schwachbrüstigen, anfälligen und unterhaltsteuren Verschleiss-Kisten nicht mehr.