2. Säule: Wenn der Rentner nicht weiss, wer die Rente zahlt
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2. SäuleWenn der Rentner nicht weiss, wer die Rente zahlt

Mit dem Wissen über Pensionskassen ist es bei vielen Leuten nicht zum Besten bestellt. Mehr als jeder zehnte Pensionär weiss nicht, woher er seine Rente bekommt.

von
whr
Die Altersvorsorge: Für viele ein Buch mit sieben Siegel.

Die Altersvorsorge: Für viele ein Buch mit sieben Siegel.

Auch wenn es um viel Geld geht, das ihnen gehört, wissen viele Arbeitnehmer - aber auch Rentner - wenig Bescheid in Sachen Pensionskassen. Dies zeigt eine Umfrage von AXA Investment Managers.

So konnte fast ein Viertel der Befragten nicht angeben, bei welcher Pensionskasse sie versichert sind. Selbst unter jenen, die bereits Leistungen beziehen, beträgt dieser Anteil immer noch 12 Prozent. Mehr als jeder zehnte Pensionär weiss also nicht, woher er seine Rente bekommt. Auch ihr gesetzliches Rentenalter kennen viele der Befragten nicht. Während immerhin 90 Prozent der männlichen Befragten wussten, dass sie mit 65 Jahren Anspruch auf eine AHV-Rente haben, gaben lediglich 59 Prozent der Frauen ihr Rentenalter (64 Jahre) korrekt an.

Mehr als ein Drittel der Befragten wissen nicht, was das Überobligatorium ist. So erstaunt es nicht, dass nur eine Minderheit auf die umfangreichen überobligatorischen Leistungen - also Versicherungsleistungen über die gesetzlich festgelegte Schwelle von 84'000 Franken Jahreslohn hinaus - Wert legen: Nur gerade 38 Prozent der Befragten nannten dies als wichtiges Kriterium.

Sicherheit am wichtigsten

Am meisten Wert legen die meisten der Teilnehmer auf die Sicherheit des Kapitals. Für 91 Prozent wäre dies ein wichtiges Kriterium, wenn sie sich ihre Pensionskasse selber aussuchen könnten. Gefragt sind auch leicht verständliche Unterlagen und eine gute Beratung.

Erst an fünfter Stelle der am Mittwoch vorgestellten Umfrage kommen gute Renditen und Verzinsung. Knapp drei Viertel beurteilen dieses Kriterium als wichtig.

Für die Studie befragte das Umfrageinstitut Isopublic im Auftrag von AXA Investment Managers 685 Personen in der ganzen Schweiz. (whr/sda)

Automatismus für berufliche Vorsorge

Der Nationalrat will einen Automatismus für die Festlegung des Mindestzinssatzes und auch des Mindestumwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge. Er hat am Mittwoch zwei Vorstössen der FDP-Fraktion zugestimmt.

Der Mindestzinssatz, der angibt, zu welchem Zins die Vorsorgeeinrichtungen das Alterskapital verzinsen müssen, wird heute jährlich vom Bundesrat festgelegt. Nach dem Willen des Nationalrates soll der Zinssatz in Zukunft automatisch an die reale Situation an den Finanzmärkten angepasst werden. Dazu soll der Mindestzinssatz nach einer transparenten, nachvollziehbaren Formel festgelegt werden.

Der Nationalrat fordert auch, den Umwandlungssatz künftig ebenfalls automatisch anzupassen, und zwar unter Berücksichtigung der Lebenserwartung, des angesparten Kapitals sowie der erzielbaren Renditen. Der Umwandlungssatz gibt den Prozentsatz des angesparten Kapitals an, der den Pensionierten jährlich ausbezahlt wird. Ab 2014 liegt dieser bei 6,8 Prozent. Das Volk hatte 2010 eine Senkung auf 6,4 Prozent abgelehnt. (SDA/whr)

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