Gewaltexzess: Wenn der Retter zum Opfer wird
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GewaltexzessWenn der Retter zum Opfer wird

Ein gebrochenes Nasenbein, eine Rissquetschwunde und massive Prellungen am Oberkörper erlitt ein Rettungssanitäter bei einem Einsatz in Kloten.

von
whr

Ein junger Mann habe akute gesundheitliche Probleme habe wurde am Freitagmorgen, kurz vor 04.30 Uhr, der Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung am Standort Flughafen gemeldet. Das Rettungsteam rückte zusammen mit dem Notarzt unverzüglich an den Einsatzort in der Gemeinde Kloten aus. Dort trafen sie auf einen aggressiven jungen Mann. Aufgrund der gefährlichen Situation flüchteten die Rettungssanitäter in ihr Fahrzeug um auf das Eintreffen der bereits angeforderten Patrouille der Kantonspolizei Zürich zu warten.

Der 18-jährige Mann verfolgte jedoch das Rettungsteam und attackierte einen Sanitäter mit einem Gegenstand. Als dieser zu Boden fiel, traktierte der renitente Mann den am Boden liegenden Sanitäter weiter mit Schlägen und Fusstritten. Als der anwesende Notarzt und der zweite Rettungssanitäter zu Hilfe kamen, konnte sich der blutende Mann im Patientenraum des Einsatzfahrzeugs in Sicherheit bringen.

90 Vorfälle in drei Monaten

Die zwischenzeitlich eingetroffenen Polizisten der Kantonspolizei Zürich wurden durch den Mann ebenfalls massiv bedrängt. Sie konnten ihn jedoch trotz seiner heftigen Gegenwehr überwältigen und festnehmen. Der 36-jährige Rettungssanitäter erlitt beim Vorfall eine Nasenbein-Fraktur mit einer Rissquetschwunde und massive Prellungen am Oberkörper. Die Verletzungen mussten im Spital ambulant behandelt werden.

Schutz & Rettung beobachtet seit längerem die Situation rund um das Thema «Gewalt gegen Einsatzkräfte», insbesondere gegen Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter. Zurzeit werden verschiedene Massnahmen von einer internen Arbeitsgruppe geprüft, wie Schutz & Rettung mitteilt. Bereits im ersten Quartal des Jahres 2010 wurden rund 90 Vorfälle von verbaler und körperlicher Gewalt registriert.

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