Selbstversuch: Wenn der Tesla-Autopilot die Luxuskarosse lenkt

Aktualisiert

SelbstversuchWenn der Tesla-Autopilot die Luxuskarosse lenkt

Seit drei Wochen gibt es auch für Schweizer Teslas einen Autopilot. 20 Minuten hat das (fast) autonom fahrende Elektroauto getestet.

von
F. Lindegger / M. Fischer

Zwei Mal kurz den Hebel angetippt und die Autopilotfunk­tion steuert den Tesla alleine. Im Gegensatz zu Fahrspurassistenen von anderen Autobauern, kann das Model S des kalifornischen Elektroauto-Herstellers auch autonom die Spur wechseln. Einfach den Blinker setzen und die Software des Luxusautos übernimmt den Rest.

Die Kontrolle über das Auto zum ersten Mal dem Autopiloten zu übergeben, braucht Überwindung. Und ­sobald sich das Steuerrad bei 100 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn von alleine zu drehen beginnt, überkommt einen ein mulmiges Gefühl. Dieses hält aber nur kurz an und weicht der Faszination über die Technologie. Das Auto lenkt zuverlässig durch den Verkehr – ob auf der Autobahn oder innerorts.

Hände müssen am Steuer bleiben

Zwölf Sensoren und zwei ­Kameras stellen sicher, dass das Auto die Spur und den Abstand zu den restlichen Fahrzeugen einhält. Die Kameras nehmen zusätzlich die Verkehrsschilder wahr und das Fahrzeug passt automatisch die Geschwindigkeit entsprechend an. Wird dem System die Situation zu unübersichtlich, fordert dieses akustisch und visuell zum ­Eingreifen ein. Sind beide Hände am Steuer, schaltet sich der Assistent wieder aus.

Seit rund drei Wochen ist der Autopilot auch für Teslas in der Schweiz verfügbar. Ein einfaches Software-Update genügte, um die neue Funktion freizuschalten. Wobei die Teslas erst seit 2014 mit der nötigen Hardware ausgerüstet werden. Jene, die vor diesem Datum gekauft wurden, müssen nachgerüstet werden, um aus dem Sportwagen ein teilautonomes Fahrzeug zu machen.

Auch wenn der Autopilot eingeschaltet ist, müssen hierzulande die Hände am Steuer bleiben – so verlangt es das Schweizer Gesetz zurzeit. Funktionieren würde es aber auch frei­händig. Und alle, die den Autopiloten von Tesla nutzen, dürften wohl die Hände – zumindest teilweise – auch vom Steuer nehmen.

Autonomes Parkieren soll als nächstes folgen

Dank dem Software-Update kann das Model S von Tesla auch selbständig seitwärts einparkieren. Viele Autohersteller bieten diese Funktion aber schon seit einiger Zeit an – auch bei günstigen Modellen. Tesla-Chef Elon Musk hat allerdings für die nächste Software-Version bereits eine Garagen-Parkhilfe angekündigt, die es erlauben soll, dass das Fahrzeug autonom in der Garage parkiert.

Noch sind die Modelle von Tesla im Hochpreissegment angesiedelt. Auch das neue Elektro-SUV Model X, das in den USA bereits an die ersten Kunden ausgeliefert wurde, richtet sich vorwiegend an ein kaufkräftiges Klientel. Mit dem Tesla Model 3, wovon die ersten Studien im kommenden Jahr erwartet werden, soll dereinst aber ein breites Publikum gewonnen werden. Der Zielpreis für das Model 3 liegt bei 35'000 Franken. Bis 2020 will Tesla pro Jahr 500'000 Autos absetzen. Ein ehrgeiziges Ziel. In diesem Jahr plant Tesla, 50'000 bis 55'000 Elektrofahrzeuge zu verkaufen.

Wie es sich mit dem Autopilot von Tesla fährt, sehen Sie im obigen Video.

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