Aktualisiert 05.07.2012 09:27

Kein PlatzWenn Dicke im Tierspital landen

Patienten des Berner Inselspitals mit einem Body Mass Index über 55 habens buchstäblich schwer - und deren Ärzte auch. Die Kranken sind zu fett für medizinische Geräte. Im Spital greift man deshalb zu einer besonderen Lösung.

In Bern werden stark übergewichtige Patienten für manche Untersuchungen ins Tierspital verlegt: Das Inselspital greift etwa zehnmal jährlich zu dieser Massnahme, weil sehr dicke Menschen zum Beispiel nicht in den Magnetresonanztomographen passen.

Patienten mit einem Body Mass Index über 55 bringe man erstens kaum auf den Tisch und zweitens sei dann die Röhre zu eng, sagte Kurt Laederach, Leiter des Interdisziplinären Adipositasprogramms, am Freitagabend im Lokalsender «TeleBärn».

Im Tierspital hats alles

Zwar gebe es Magnetresonanztomographen, «wo auch die ganz Dicken Platz haben», doch würde der Erwerb eines solchen Geräts mehrere Millionen Franken kosten. Das sei vor dem Hintergrund der heutigen Kostendiskussionen im Gesundheitswesen nicht opportun.

Im Tierspital sind die nötigen Gerätschaften vorhanden. «Wenn die Patienten gut informiert sind, dann haben sie auch Verständnis für die Massnahme», sagte Laederach.

Extrem dicke Patienten stellen die Spitäler noch vor weitere Herausforderungen. So musste die Insel laut Laederach stärkere Gurten für die Operationstische kaufen. Ausserdem brauchte es verstärkte Betten und Toiletten sowie breitere Stühle.

Nachtrag, 5. Juli 2012: Das Berner Inselspital weist die Angaben in obigem Artikel zurück. Es werden keine übergewichtigen Patienten zur Untersuchung ins Tierspital geschickt. Fälschlicherweise habe ein Mediziner gegenüber TeleBärn entsprechende Aussagen gemacht. Das Inselspital teilt in einem Communiqué nun mit, dass im Tierspital nur ein einziges Mal - nämlich im Jahr 2007 - ein übergewichtiger Patient radiologisch untersucht worden sei. (sda)

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