Basel: «Wenn die Gewalt eskaliert, kann das ganze Ufer taghell beleuchtet werden»
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Basel«Wenn die Gewalt eskaliert, kann das ganze Ufer taghell beleuchtet werden»

Basel ringt seit Jahren mit einer hohen Gewaltquote. Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann will mehr Departemente in die Bekämpfung einbinden und setzt auch auf unkonventionelle Mittel.

von
Steve Last
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Mit mobilen Beleuchtungseinheiten sollen Gewalthotspots befriedet werden.

Mit mobilen Beleuchtungseinheiten sollen Gewalthotspots befriedet werden.

Polizei BS
Mit Lichtanlagen sollen schlecht einsehbare Orte nachts transparenter werden.

Mit Lichtanlagen sollen schlecht einsehbare Orte nachts transparenter werden.

Polizei BS
Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann stellte am Donnerstag die neuen Schwerpunkte ihres Departements vor.

Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann stellte am Donnerstag die neuen Schwerpunkte ihres Departements vor.

20min/Steve Last

Darum gehts

«Was die Gewaltstatistik angeht, steht Basel-Stadt nach wie vor nicht gut da. Wir müssen besser werden», sagt Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann. Basel, das den Grossteil des Kantons ausmacht, besetzt seit Jahren den unrühmlichen ersten Platz bei angezeigten Gewaltdelikten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner unter den Schweizer Städten. Im Jahr 2021 waren es 12,3 – auf dem zweiten Platz landete Lausanne mit 11,5, auf dem dritten Zürich mit 10,7.

Am Donnerstag stellte Eymann die neuen Schwerpunkte ihres Departements vor und kam darauf zu sprechen, wie man gegen Gewalt vorgeht. Mehr Polizeipräsenz? Klar, vor allem an Hotspots, wo es immer wieder knallt. Die kennt man ja. «Aber die Polizei kann nicht 24 Stunden am Tag überall sein», so Eymann. Darum dürfe man Sicherheit nicht nur als Polizeisache verstehen, sondern es müsse etwa die Beleuchtung von Orten berücksichtigt werden.

Fühlen Sie sich an hellen Orten sicherer?

Mit Licht gegen Gewalt

Licht? Ja, Licht. Am Kleinbasler Rheinbord etwa wurden mobile Scheinwerfer getestet. Der Ort ist nachts gleich beliebt unter Feiernden, wie er schlecht einsehbar für die Polizei ist. Fängt eine Situation an zu eskalieren, kann man das Ufer «taghell» schalten, sagt Eymann. Von der Wirkung ist man inzwischen so überzeugt, dass man an anderen Hotspots wie am Birsköpfli auf Licht setzt und weitere Einsatzorte prüft.

Sprichwörtlich ins Licht holen will man auch Fälle von häuslicher Gewalt und Menschenhandel. «Es ist nicht mehr das Tabuthema wie früher», so Eymann. Allerdings spiele sich vieles im Verborgenen ab. Das mache es nicht nur schwierig, die Täter zu bestrafen, sondern auch den Opfern zu helfen. «Ich will die Fallzahlen hochschrauben», sagte dazu Expertin Sonja Roest. Denn bei jedem Verfahren mehr wisse man von mehr Opfern, die man zumindest unterstützen könne. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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