Wenn die Sonne scheint, krachts
Aktualisiert

Wenn die Sonne scheint, krachts

Berufstätige verunfallen in der Freizeit deutlich öfter höher als bei der Arbeit. Und: Bei den Freizeit-Unfällen spielt das Wetter offenbar eine entscheidene Rolle.

Gab es 1985 noch 110 Berufsunfälle auf 1000 Beschäftigte, so sind es derzeit noch etwa 70 Fälle. Die Zahl der Unfälle in der Freizeit schwankte in dieser Zeit zwischen 120 und 135 pro 1000 Beschäftigte; 2004 waren es 123.

Das Freizeitunfallrisiko lag also 76 Prozent höher als das Berufsunfallrisiko, wie die Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung in der Unfallstatistik (SSUV), schreibt. Deren Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2004.

Mehr berufstätige Frauen

Einer der Gründe für die unterschiedliche Risiko-Entwicklung in Beruf und Freizeit ist gemäss SSUV der zunehmende Anteil der Frauen unter den Erwerbstätigen. Die Freizeit-Unfälle der Frauen nahmen 1985-2004 von 107 000 auf 160 000 um 50 Prozent zu.

Bei den Männern schwankten die Freizeitunfall-Zahlen in diesem Zeitraum zwischen rund 270 und 310; 2004 lagen sie bei 278 000. 2004 waren 37 Prozent der in der Freizeit verunfallten Personen Frauen.

Bei den Frauen dominierten Unfälle in Haus und Garten (42 Prozent). Bei Männern stehen Unfälle bei Sport und Spiel mit 48 Prozent im Vordergrund.

Wetter und Freizeitunfall-Risiko

Je besser das Wetter, desto mehr Freizeitaktivität, desto mehr Freizeitunfälle - dies zeigte sich besonders im Jahr 2003 mit seinen guten Schneeverhältnissen im Winter und der langanhaltenden Hitze im Sommer. Es gab 9 Prozent mehr Unfälle bei Sport und Spiel als 2002.

Besonders stark nahmen die Unfallzahlen beim Bergsport zu (plus 30 Prozent, beim Wintesport (19 Prozent), beim Wassersport (23 Prozent) und beim Radsport (39 Prozent). 2004 gab es in diesen Sportarten wieder bedeutend weniger Unfälle.

Verkehrsunfälle kosten die Versicherer jährlich über eine Milliarde Franken. In der Nichtberufsunfall-Versicherung ist jeder sechste Unfall ein Verkehrsunfall. Verkehrsunfälle verursachen fast 40 Prozent aller Kosten.

Bei Frauen dominieren klar die Unfälle mit Personenwagen (ca. 52 Prozent). Bei Männern machen die Verkehrsunfälle mit Personenwagen 38 Prozent aus, gefolgt von jenen mit Fahrrädern (30 Prozent) und Motorrädern (18 Prozent).

Beispiel Motorrad

Weil sich immer mehr ältere Herren auf den Töff schwingen, nimmt auch das Durchschnittsalter der mit dem Motorrad Verunfallten zu - seit 1985 von 25 auf 35 Jahre.

Das Motorrad ist ein Sommer- und Freizeit-Vehikel. Die Unfallhäufigkeit nimmt im Schnitt von rund 5 pro Tag im Januar auf 26 an Werktagen und 38 an Sonn- und Feiertagen im Juli/August zu.

2003 mit seinem heissen Sommer brachte einen traurigen Rekord von 9000 Motorradunfällen. Am Samstag, den 28. Juni 2003, gab es 204 Töff-Unfälle.

Die meisten Motorradunfälle ereignen sich bei schönem Wetter - also bei Hochdrucklagen oder an warmen Tagen mit flacher Druckverteilung.

Gemäss der Statistik waren 2004 fast 3,6 Millionen Vollbeschäftigte mit einer Lohnsumme von 217 Mrd. Franken bei 36 Versicherern obligatorisch gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert. Die Kosten für Unfälle lagen bei 4,4 Mrd. Franken. (sda)

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