Rapperswil SG : «Es geht darum, den Schuss richtig zu setzen, um das Tier zu erlösen»

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Rapperswil SG «Es geht darum, den Schuss richtig zu setzen, um das Tier zu erlösen»

Am frühen Montagmorgen musste eine Polizeipatrouille einen schwer verletzten Schwan in Rapperswil SG von seinem Leid erlösen. Das sorgte bei Leserinnen und Lesern für Diskussionsstoff. 

von
Marion Alder

Ein News-Scout filmte einen speziellen Polizeieinsatz auf dem Seedamm in Rapperswil SG. 

20Min-Community

Darum gehts 

  • Am Montagmorgen musste ein Schwan in Rapperswil SG von der Polizei erschossen werden. 

  • Dies sorgte bei der Leserschaft für Diskussionen.

  • Laut der Kantonspolizei habe sich die Patrouille dazu entschieden, das Tier so schnell wie möglich von seinem Leiden zu erlösen.

  • Der zuständige Wildhüter erklärt, dass Fälle mit verletzten Tieren immer sehr unterschiedlich seien.

Am frühen Montagmorgen wurden auf dem Seedamm in Rapperswil SG zwei Schüsse von der Polizei abgegeben. Eine Polizeipatrouille musste einen schwer verletzten Schwan von seinem Leid erlösen (20 Minuten berichtet). In den Kommentaren spaltet sich die Meinung der Leserinnen und Leser. Ein Leser befürwortet den Polizeieinsatz klar: «Gut gemacht. Das Tier musste von den Qualen befreit werden.» Eine eher kritische Meinung vertritt eine andere Leserin: «Das hätte man doch sicher anders lösen können.»

Die Kantonspolizei St. Gallen erklärt auf Anfrage, dass die Polizeipatrouille beim Eintreffen gesehen hat, dass der Schwan schwer verletzt war und an den Verletzungen litt. «Die Patrouille hat sich dazu entschieden, das Tier so schnell wie möglich von seinem Leiden zu erlösen», sagt Pascal Häderli, Sprecher der Kantonspolizei. Oftmals werde in Fällen mit verletzten Wildtieren auch ein Wildhüter aufgeboten. Laut Häderli habe man sich in diesem Fall dagegen entschieden, um das Tier nicht noch länger leiden zu lassen.

Polizisten lernen den Umgang mit verletzten Tieren

Die Polizei sei für solche Fälle speziell geschult. «Der richtige Umgang mit verletzten Tieren sowie der Dienstwaffe ist Bestandteil der Ausbildung», sagt Häderli. Beispielsweise lerne man, auf was bei verletzten Tieren zu achten sei.

Ein weiterer Bestandteil sei der Fangschuss: «Dabei geht es darum, den Schuss richtig zu setzen, um das Tier nicht noch weiter zu verletzen, sondern zu erlösen.» Die Polizei sei auch geschult, die Dienstwaffe an einem öffentlichen Ort so einzusetzen, dass keine Gefahr für Passantinnen oder Passanten besteht. 

Um ein Tier in einem solchen Fall zu erlösen, habe die Polizei spezielle Munition. «Am Montagmorgen habe man die spezielle, etwas schwächere Munition für den einen Schuss verwendet und für den zweiten eine normale Patrone», so Häderli.

Je nach Situation wird anders entschieden

Laut Wildhüter Benedikt Jöhl seien solche Fälle mit verletzten Tieren immer sehr unterschiedlich. «Wenn ich als Wildhüter aufgeboten werde, mache ich zuerst eine Beurteilung», so Jöhl. Er probiere zu erkennen, ob es sich um einen Unfall oder eine Krankheit handle und ob das Tier über eine längere Zeit überlebensfähig wäre. «Wenn die Überlebensfähigkeit nicht mehr gegeben ist, muss das Tier erlöst werden», sagt er.

Wenn ein Tier mit dem Handicap umgehen könne, werde es vor Ort eingefangen und in einem geeigneten Lebensraum in die Freiheit entlassen.

Da der Wildhüter am Montagmorgen nicht aufgeboten wurde und dementsprechend selber nicht vor Ort war, sei die Situation für ihn schwierig zu beurteilen. Einen verletzten Schwan wieder auszuwildern, sei durchaus möglich. «Ich habe aber gehört, dass er erheblich verletzt war, und denke, dass er langfristig nicht überlebensfähig gewesen wäre», so Jöhl.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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