Whatsapp: Wenn du diese Nummer anrufst, verlierst du dein Konto
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IdentitätsklauWenn du diese Nummer anrufst, verlierst du dein Whatsapp-Konto

Kriminelle versuchen, über Whatsapp Nutzerinnen und Nutzern ihr Konto abzuluchsen. Sie werden aufgefordert, eine Nummer anzurufen. Man sollte derzeit besonders vorsichtig sein.

von
Tobias Bolzern
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Cyberkriminelle haben es auf Whatsapp-Konten abgesehen. 

Cyberkriminelle haben es auf Whatsapp-Konten abgesehen. 

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Sie versuchen ihre Opfer, davon zu überzeugen eine kryptische Nummer anzurufen. 

Sie versuchen ihre Opfer, davon zu überzeugen eine kryptische Nummer anzurufen. 

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Wählt man die Nummer, die so aussieht, werden alle Anrufe auf eine andere Nummer umgeleitet. 

Wählt man die Nummer, die so aussieht, werden alle Anrufe auf eine andere Nummer umgeleitet. 

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Darum gehts

Man erhält via Whatsapp oder einem anderen Messenger eine Nummer, ruft an und schwupps verliert man den Zugriff auf das eigene Konto. Diese Betrugsmasche, die zuerst in Indien aufgetreten ist, macht aktuell bei dem Messenger Whatsapp die Runde.

Der Trick der Betrüger ist so fies wie simpel, schreibt Computerbild.de. Denn der verschickten Nummer sind sogenannte GSM-Codes vorangestellt – das sind Steuer- und Servicebefehle aus längst vergangenen Zeiten, als es noch keine Smartphones gab. Die Codes sind Bestandteil des Mobilfunkstandards GSM und auch heute noch aktiv.

So funktioniert der Klau

Gibt man auf dem Telefon zum Beispiel *#06# ein, wird die IMEI und Seriennummer des Geräts angezeigt. Mit der Kombination *21*044xxxxxxx# würden in der Schweiz zum Beispiel alle Anrufe auf die eigene Nummer auf eine definierte Zielnummer umgeleitet. Das machen sich die Cyberkriminellen zunutze. Können sie ihr Opfer dazu motivieren, tatsächlich auf diese kryptische Nummer anzurufen – und zudem einen Warnhinweis zu ignorieren, der auf ihrem Handy auftaucht – gelingt die Übernahme.

Denn nun werden alle Anrufe auf die Nummer umgeleitet. Da zum Beispiel ein neues Gerät bei Whatsapp auch mit einem Kontrollanruf verifiziert werden kann, ist es nun ein leichtes, das Konto zu kapern. Gelingt das, wird es für Opfer schwierig, wieder darauf Zugriff zu erhalten. Die Cyberkriminellen können nämlich die Nummer ändern und damit die volle Kontrolle über das Konto erlangen, schreibt Spiegel.de. Das eröffnet ihnen weitere Möglichkeiten, um mit dem Betrug fortzufahren und weitere Kontakte anzuschreiben.

So schützt du dich

Was also kann man dagegen tun? Die Antwort ist einfach: vorsichtig sein. Man sollte im besten Fall sowieso keine unbekannte Nummer einfach so anrufen – noch viel weniger, wenn sie kryptische Zeichen enthält. Hat man trotz der Warnung die kryptische Nummer gewählt, kann man – wenn man schnell genug ist – eventuell den Diebstahl abwenden. Mit dem GSCM-Code #21# kann die Rufweiterleitung deaktiviert werden. 

Immer wieder sind Whatsapp-Nutzerinnen und -Nutzer Cyberkriminellen ausgesetzt. Die letzte grosse Welle gab es 2021. Damals kursierte ein gefährliches SMS in der Schweiz. Es besagte, dass man eine neue Voicemail hat. Folgte man dem Link im SMS, gelangte man zu einer gefährlichen Schadsoftware. Auch die Kapo Zürich warnte damals vor der Masche und dem Trojaner Flubot.

Mittlerweile ist Flubot für Android-Handys keine Gefahr mehr: Laut Europol ist es einer Gruppe von rund zehn Polizeibehörden – auch aus der Schweiz – gelungen, die Malware zu deaktivieren. Die Server wurden von der niederländischen Polizei abgeschaltet.

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