Insider verraten: Wenn du dieses Codewort im Flugzeug hörst, könnte eine Leiche an Bord sein

Aktualisiert

Insider verratenWenn du dieses Codewort im Flugzeug hörst, könnte eine Leiche an Bord sein

In Passagierflugzeugen werden nicht nur lebende Personen transportiert. Für die Toten an Bord verwenden die Airlines Codewörter.

von
Jonas Bucher
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Airline-Mitarbeitende benutzen Codewörter für Leichen, die befördert werden.

Airline-Mitarbeitende benutzen Codewörter für Leichen, die befördert werden.

PantherMedia / matej kastelic
Gebräuchlich ist demnach der Spitzname «Jim Wilson».

Gebräuchlich ist demnach der Spitzname «Jim Wilson».

VQH
Im deutschsprachigen Raum sei der Spitzname «Hugo» bekannt.

Im deutschsprachigen Raum sei der Spitzname «Hugo» bekannt.

PantherMedia / Thawatchai Chawong

Darum gehts

  • Airlines befördern jedes Jahr Tausende Leichen.

  • Das Personal verwendet dafür Codewörter.

  • Im deutschsprachigen Raum nennt man die Verstorbenen unter anderem «Hugo».

Flugzeuge befördern Tausende von toten Passagierinnen und Passagieren zusammen mit lebenden Reisenden um die Welt. Dafür haben sich die Airlines Codewörter einfallen lassen. Laut Sara Marsden, der Chefredaktorin von «US Funerals Online», habe American Airlines sogar einen eigenen Helpdesk für Bestattungsunternehmen eingerichtet, den sie bei American Airlines «Jim Wilson Service» nennen. Der Spitzname ermögliche es laut «The Sun», Überführungsdiensten oder Bestattern, wegen eines Leichnams anzurufen, ohne dass jemand mithöre. 

Der Name stamme von den Kisten, die für den Transport der Leichen verwendet werden. Im Stabilisierungs- und Transporthandbuch von Alcor aus dem Jahr 1997 wird erklärt, dass die «Jim Wilson Trays» oft als Transportbehälter verwendet und mit Eis verpackt werden, um die menschlichen Überreste zu konservieren.

Begriff auch im deutschsprachigen Raum bekannt

Andere Fluggesellschaften würden die Leichen einfach als HR bezeichnen, eine Abkürzung für Human Remains (menschliche Überreste). Auch im deutschsprachigen Raum sei das Codewort «Jim Wilson» bekannt,  wie ein Flugbegleiter, der anonym bleiben möchte und bei einer grossen deutschen Airline arbeitet, laut «Travelbook» sagt. 

Fliegst du gern?

Ein Berufspilot verrät gegenüber dem Reiseportal ein weiteres Codewort: «Mir ist das Wort Hugo bekannt. Von einem Hugo spricht man, wenn Passagiere als Leiche transportiert werden. Oder auch von Passagieren, die während des Fluges verstorben sind», so der Pilot. Hugo stehe  für «human gone» (wörtlich: Mensch gegangen). 

Diese Codewörter kommen zur Anwendung

Die britische Zeitung «The Sun» hat einige weitere Codewörter aufgelistet, die im Airline-Alltag zur Anwendung kommen.

  • Code Adam: Wird vom Flughafenpersonal benutzt, um andere Mitarbeiter auf ein vermisstes Kind aufmerksam zu machen, zu Ehren von Adam Walsh, einem Kind, das 1981 in einem Kaufhaus entführt wurde.

  • 7500: Wenn ein Pilot «7500» sagt, bedeutet das, dass das Flugzeug entführt wurde oder eine Entführung droht.

  • Last minute paperwork: Damit wird auf eine Verzögerung aufmerksam gemacht. Das bedeute in der  Regel eine Änderung des Flugplans, oder um etwas, das mit dem Gewichtsausgleich des Flugzeugs zu tun habe, oder einfach darum, dass das Wartungspersonal das Flugbuch in Ordnung bringt.

  • Crosscheck: Wenn du diesen Satz hörst, der in der Regel von leitenden Flugbegleitern geäussert wird, bedeutet dies, dass die an jeder Tür angebrachten Notrutschen deaktiviert wurden.

  • Ground stop: Dies ist der Fall, wenn Abflüge zu einem oder mehreren Zielorten von der Flugsicherung eingeschränkt werden, in der Regel aufgrund eines Verkehrsstaus.

  • Dead Head: Ein Pilot oder eine Flugbegleiterin befinden sich im Rahmen einer dienstlichen Aufgabe an Bord der Maschine. Da bei einem Fehlen von Besatzungen am Zielort evtl. hohe Folgekosten oder Flugplanverwerfungen entstehen können, geniessen dead-head fliegende Besatzungen eine hohe Beförderungspriorität.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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