Teamchef zu Mick Schumacher: «Wenn du immer nur Unfälle baust, hast du keine Karriere»

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Teamchef zu Mick Schumacher«Wenn du immer nur Unfälle baust, hast du keine Karriere»

Er gilt als talentiert, lernfähig und selbstkritisch. Nach sieben GPs steht Formel-1-Pilot Mick Schumacher dennoch ohne WM-Punkte da. Nach seinem zweiten heftigen Crash wächst der Druck auf den 23-Jährigen.

Auto halbiert – Mick Schumacher schockt in Monaco mit brutalem Unfall.

Video: SRF

Darum gehts

  • Mick Schumacher crashte beim GP von Monaco nicht zum ersten Mal heftig.

  • Beim Rennstall Haas verliert man allmählich die Geduld mit dem 23-Jährigen.

  • Beim Unfall hatte der Sohn von F1-Legende Michael Schumacher extremes Glück.

Mit leichten Gliederschmerzen und einer zunehmend bedenklichen Schrottbilanz verliess Mick Schumacher den Hafen von Monte Carlo. Nach den Horrorbildern von seinem zerstörten Formel-1-Rennwagen (siehe Video) wird es für den 23-Jährigen teamintern zunehmend ungemütlich.

Statt im erstarkten Haas in seiner zweiten Saison in die WM-Punkte zu rasen, zerlegte er beim siebten Saisonrennen in Monaco schon zum zweiten Mal in diesem Jahr seinen Dienstwagen komplett. Der kapitale Crash reisst erneut ein tiefes Loch ins knappe Budget des Rennstalls und demoliert die Reputation des Sohnes von Rekordchampion Michael Schumacher.

Schumacher bleibt optimistisch

«Die Saison ist noch lang, das Blatt kann sich wenden, und sehr schnell in dem Fall. Das habe ich schon früher gezeigt. Ich bin mir sicher, dass ich das auch dieses Jahr zeigen kann», beteuerte Mick Schumacher, nachdem er den Check im Streckenhospital hinter sich gebracht hatte. Schon in Saudiarabien im März hatte er einen heftigen Unfall in der Qualifikation unverletzt überstanden, konnte am Rennen aber nicht teilnehmen.

Im zweiten Jahr in einer Rennserie war ihm bislang in seiner Karriere tatsächlich stets der Durchbruch gelungen. In der Formel 3 gewann er in seiner zweiten Saison den Titel, in der Formel 2 klappte das genauso. Nun wollte er nach einer achtbaren Debütsaison auch in der Formel 1 richtig durchstarten. Der Unfall am Schwimmbad von Monte Carlo, bei dem sein Auto in zwei Teile zerbrach, erhöht nun jedoch den Druck auf Schumacher gewaltig.

Rennstall angesäuert

«Es ist nicht besonders zufriedenstellend, wieder einen schweren Unfall zu haben», sagte Teamchef Günther Steiner. «Wir müssen sehen, wie es von hier an weitergeht», fügte er hinzu. Der Südtiroler liess offen, was er genau damit meinte. Es dürfte sich aber um die aufwendigen Reparaturarbeiten am Wagen handeln. Viel Zeit bis zum nächsten Rennen in knapp zwei Wochen in Baku bleibt nicht.

Steiner hatte vor dem Klassiker in Monaco noch darauf verzichtet, seine Fahrer mit Blick auf mögliche Unfallkosten zur Vorsicht zu mahnen. Er gehe auch nicht davon aus, dass die Piloten so sehr ans Budget, «sondern erst mal an die eigene Karriere denken. Und wenn du immer nur Unfälle baust, hast du keine Karriere», hatte Steiner betont.

Kollege Magnussen hat schon 15 Punkte

Mick Schumachers Karriere in der Formel 1 ist noch immer im Anfangsstadium. 2021 war ein Jahr ohne echten Massstab. Seinen damaligen Teamkollegen Nikita Mazepin hatte er im Griff, ansonsten war mit dem damaligen Haas nichts zu holen. Dieses Jahr begann für das Team vielversprechend, der aktuelle Stallgefährte Kevin Magnussen holte schon 15 Punkte. Schumacher keinen einzigen.

Als er bei der Premiere in Miami auf dem besten Weg in die Top Ten war, kollidierte er ausgerechnet mit Kumpel und Landsmann Sebastian Vettel im Aston Martin. In Monaco stimmte das Tempo. «Es ging nur darum, das Auto auf der Strecke zu halten. Leider war ich nicht in der Lage, das hinzukriegen», sagte er. 

Zwei Details retteten sein Leben

Gewohnt selbstkritisch ist er, ja. Und auch sehr glücklich: Denn nur schon vor wenigen Jahren hätte der Unfall von «Schumi» wohl dramatische Folgen gehabt. Nicht aber im Jahr 2022. Einer der Schutzengel: Die Überlebenszelle im Cockpit besteht mittlerweile aus flexiblen Carbonfasern, früher nur aus Blech. Die Fahrer sind beim Aufprall also optimal geschützt. Der andere Schutzengel: Am Unfallort, der Schwimmbad-Schikane, standen sogenannte TecPro-Barrieren. Diese hochentwickelten Plastik-Blöcke federn Einschläge besonders gut ab, schützen besser als Reifenstapel

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(sih/dpa/heute.at)

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