Cliff Diving: Wenn ein Kampfsportler von der Klippe springt
Aktualisiert

Cliff DivingWenn ein Kampfsportler von der Klippe springt

Der Fricktaler Klippenspringer Andreas Marchetti trainiert für die EM. Als Ex-Thaiboxer ist er ein Exot in der Szene.

von
Hannes von Wyl
Klippenspringer Andreas Marchetti trainiert im Schwimmbad St. Jakob für die Europameisterschaft im Tessin.

Klippenspringer Andreas Marchetti trainiert im Schwimmbad St. Jakob für die Europameisterschaft im Tessin.

Andreas Marchetti bereitet sich derzeit im Schwimmbad St. Jakob auf die Europameisterschaft im Klippenspringen vor. Am 19. und 20. Juli wird er in Ponte Brolla, wo er 2005 Europameister wurde, gegen 14 ­andere Springer antreten. Als Einziger hat Marchetti keine Karriere im Kunstturnen oder Turmspringen. «Ich bin ursprünglich Kampfsportler», sagt er.

Mit acht Jahren fing der ­Familienvater mit Judo an und wurde Schweizer Meister, mit 18 stieg er auf Thaiboxen um und brachte es bis zum Vize-Weltmeister. «Ich habe mich beim Boxen langsam verheizt», erzählt Marchetti. «Und als ich dann Vater wurde, musste ich meine Kampfsportkarriere beenden.» Der Magdener war zu diesem Zeitpunkt schon Freestyle-Klippenspringer. «Als ich das professionell betreiben wollte, musste ich ganz von vorne anfangen.»

Ein Exot unter den Springern

Mit 41 Jahren gehört Marchetti zudem zu den älteren Cliff Divern. «Andi ist in der Szene schon ein Exot», sagt sein Trainingspartner und Freund Andreas Hulliger. «Sein fehlender Background als Turner oder Wasserspringer ist ­sicherlich ein Nachteil.» Trotzdem sei er ein sehr guter Klippenspringer, meint Hulliger, der im letzten Jahr in Ponte Brolla Europameister wurde. Das liegt wohl an Marchettis starkem Wille: «Wenn ich ­etwas will, dann trainiere ich so lange, bis ich es kann», sagt er.

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