«Wenn eine Frau mit dem Mann, oder umgekehrt»
Aktualisiert

«Wenn eine Frau mit dem Mann, oder umgekehrt»

Edmund Stoiber, CSU-Vorsitzender und glückloser Kandidat für das Kanzleramt, feiert heute nicht nur seinen 66 Geburtstag, er tritt nach 14 Jahren auch als Bayerns Ministerpräsident zurück. Zur Feier des Tages hier ein paar Hörproben seiner «gestammelten Werke».

Heute ist der Tag X: Edmund Stoiber wird Ex-Ministerpräsident und Ex-CSU-Chef. Neben seiner politischen Karriere erlangte der Bayrische Ministerpräsident vor allem wegen seinen legendären Reden Berühmtheit. Wunderbar verhedderte er sich in Nebensätzen und verlor sich in seinen Ausführungen. Sogar seine Parteifreunde mokierten sich über «das Gestopsel». Mit Sätzen wie «Ich weiss, was es heisst, Mutter von drei Kindern zu sein» oder «Ich schaue jeden Tag in den Garten und richte eine Blume hin» konnte er immer wieder ungewollte Lacher verbuchen. Viele werden diese Highlights im Politalltag vermissen.

Retter der CSU

Edmund Stoiber blickt auf eine langjährige Politkarriere zurück. Anfang der 90er Jahre bewahrte Stoiber zusammen mit dem damaligen Parteichef Theo Waigel die CSU vor einer Katastrophe. In Folge der Amigo-Affäre war die CSU in Umfragen unter die 40-Prozent-Marke geraten, aber in der Landtagswahl 1994 entschieden sich dann doch wieder 52,8 Prozent der Wähler für Stoiber und seine CSU. 1999 wurde Stoiber zum CSU-Parteichef gewählt und verfügte damit über eine Machtfülle, wie vor ihm nur Franz Josef Strauss.

2002 nahm Stoiber Anlauf auf das einzige Amt, das ihn ausser dem des Landesvaters interessierte: Er wollte erster CSU-Bundeskanzler werden. Der Versuch scheiterte, Stoiber konnte allerdings in den anschliessenden Landtagswahlen eine Zweidrittel-Parlamentsmehrheit erzielen. 2005 gab Stoiber überraschend seinen Rückzug aus Berlin bekannt. damals rechnete man noch fest damit, dass er in der Regierung Merkel den Wirtschaftsminister geben würde. Doch Stoiber blieb in München.

Verhängnisvolle Fehler

Zum Verhängnis wurde Stoiber seine parteiinternen Kritikerin Gabriele Pauli, der er durch eigene Fehler zu Publizität verhalt. Auf der Kreuther Klausur vom Januar 2007 unterliefen ihm weitere schwere Schnitzer. «Ich mache keine halben Sachen», sagte er auf die Frage, ob er eine weitere volle Legislaturperiode - also bis 2013 - zu regieren gedenke. Damit war für die CSU-Landtagsabgeordneten das Mass voll: Stoiber wurde zum Abtreten gezwungen.

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